Dienstag, 8. Oktober 2013

amazon vs. verdi: ring frei für runde drei .. äh sieben

heute beschäftigen wir uns mit der wahrscheinlichkeitstheorie.
zuerst: nach dem vorgeplänkel, jetzt "was bisher geschah"
1. ver.di droht mit streiks
2. amazon reagiert nicht
3. ver.di lässt streiken
4. amazon will "logistik verlagern" dementiert
5. ver.di droht mit mehr streiks zu weihnachten
6. amazon bestätigt neue logistikzentren in polen - um "spitzen" "abzufangen"
7. ...?
was leiten wir daraus für 7. ab?
drei denkbare alternativen:

variante a.) amazon pflichtet einem umfassenden tarifvertrag bei, bezahlt jedem lagerarbeiter umgehend mehr stundenlohn, weihnachtsgeld.

variante b.) amazon lässt es darauf ankommen, und verprellt ggf. die paar loyale prime kunden.

variante c.) amazon bedankt sich für die gute zusammenarbeit in deutschland und verlagert logistik mehr und mehr nach polen.

was denkt ihr? you decide - ihre antworten bitte!

bonusfragen:
für ver.di: auf wen bin ich sauer, wenn mein paket zu weihnachten nicht rechtzeitig ankommen sollte? auf amazon, DHL oder ver.di?
für amazon: ist der preis wirklich die einzige grundlage, die über einen einkauf bei amazon entscheidet?

Montag, 30. September 2013

Bureau of Ebay Trade

Ich weiss nicht, wie oft ich in den letzten Monaten immer wieder von Bureau of Trade erzählt habe: Eine Plattform, die teilweise selbst vertriebene, größtenteils aber bei Ebay und anderen Marktplätzen aufgespürte Artikel kuratiert. Das ganze wird -- fast Tchibo-like, nur für Männer -- in richtig geil getextete und gestaltete Themenschwerpunkte zusammengefasst. Und wenn man den Newsletter liest, kann man davon ausgehen, dass rund 90% der beworbenen Artikel schon ausverkauft sind. Das muss man sich mal vorstellen: Otto z.B. verschickt einen Themen-Newsletter, in dem u.a. auch Produkte von Amazon, Ebay und Zalando zusammengefasst sind -- weil es thematisch passt.
Klar, ist unrealistisch. Die Leute sollen ja nicht auf die Idee kommen, dass sie den Ramsch auch woanders erwerben könnten, den man liebevoll (=nach Targetingvorgaben aus dem Controlling) zu lebensnahen Themen wie Oktoberfest, Halloween oder Weihnachten zusammengestellt hat.
Warum sich Ebay darauf eingelassen hat, und darauf wollte ich eigentlich hinaus: Der Gründer ließ im Rahmen der Übernahme durch Ebay raus, dass die Preise bei von BoT beworbenen Produkten um 50-100% höher liegen als bei vergleichbaren Auktionen. Da lohnt sich für Ebay natürlich die Übernahme.
Auf deutsch gesagt heißt das aber auch: gut gemachter Content lohnt sich immer noch, auch für Händler!
Ebay hat jetzt wieder eine neue Trophäe im Schrank, und ich bin mal gespannt was das Dreigestirn Hunch, SVPPLY und BoT bewirkt. Dabei ging es Ebay sicher weniger um die Bureau of Trade Plattform an sich (darauf deutet hin, dass nur 5 der 10 Mitarbeiter zu Ebay wechseln). Ich vermute eher, dass sich die drei Dienste gegenseitig ergänzen (sollen): Hunch liefert in erster Linie durch Nutzerinteressen "automatisch" generierte Daten, SVPPLY ging als "Social Shopping Guide" mit dem bekannten Followerprinzip an den Start, und BoT bietet, quasi als Spitze der Pyramide, ausschließlich von Hand sortierte Inhalte. Im Herbst will Ebay sich dazu äußern und ein revolutionäres neues Produkt vorstellen. Fraglich bleibt natürlich, ob es dann in Zukunft noch solche Newsletter wie über S&M bei Bureau of Trade geben wird.

Donnerstag, 19. September 2013

gutes marketing

randnotiz für alle, die gerade ihre social media/mobile/targeting maßnahmen planen: gutes marketing ist NICHT, immer und überall zu sein. gutes marketing ist, zur richtigen zeit am richtigen ort zu sein.

Freitag, 6. September 2013

run boy run

grandios gemachter spot, und wieder ein beispiel wie viel man mit der richtigen musikauswahl bewirken kann:

(irgendwie ist das einbetten dingens kaputt, daher hier der link:
http://www.youtube.com/watch?v=mGxPUpMx5ZI )

Sonntag, 25. August 2013

Launch einer (virtuellen) Vision

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Zu schön, um echt zu sein. Und gleichzeitig so erschwinglich wie kaum ein anderer BMW. Denn die Gran Turismo Vision gibt es lediglich anlässlich des 15 jährigen Jubiläums der Spielereihe. Und bevor Rufe laut werden, das Geschoss auch auf den realen Asphalt zu schicken, drehen wir erstmal ein paar Proberunden und freuen uns wie kleine Jungs über unser neues Spielzeug.

Donnerstag, 28. Februar 2013

ecommerce für fortgeschrittene

sören nilsson schreibt im customer experience blog über die zukunft von kundenerlebnissen -- und unter anderem davon, dass händler zu kuratoren werden. gegenfrage: sind händler das nicht schon immer? oder was hat der einkauf bei otto die letzten jahre über so gemacht?

welche rolle der handel in zukunft für sich findet, darüber gibt es generell natürlich verschiedene theorien und möglichkeiten-

für google gibt es jedenfalls keinen bedarf im stationären handel. mit einem schulterzucken hat andy rubin dementiert, dass man in kürze nexus telefone und tablets im offline handel nach dem vorbild von apple stores shoppen gehen kann, nach dem motto: wozu?

manche händler hoffen dagegen immer noch, dass ein sturm über amazon hinwegfegen möge, alles auf null, damit sie endlich wieder den kopf aus dem sand nehmen können. dabei haben sie eine klassische steilvorlage verpasst, um sich zu profilieren -- oder ist das terrain der mitarbeiterzufriedenheit im handel prinzipiell ein minenfeld? anders gefragt: ergeht es zalando- docdata- oder otto- lagerarbeitern besser als denen von amazon, und wiederum besser als den verkäufern bei deichmann, h&m oder karstadt? zweifellos könnte es besser stehen um den ruf des handels -- transparenz und reputation sei für den kunden wichtiger als viel bling bling, sagen -- ausgerechnet -- PR berater. dabei gewinnt man mit "bling bling", zumindest wenn man es richtig anstellt, noch die eine oder andere schlagzeile.

so sieht zalando "mobile commerce" vor allem vom auto aus. ein pr-coup, der leichter zu erkennen ist als der von deichmann, die uns den einkauf vom plakat aus schmackhaft machen wollen. in der hoffnung, die deutschen seien ebenso technikaffin wie beispielsweise südkoreaner (eine durchaus streibare these), sehe ich die menschen in zukunft bereits schlangen vor ströer litfasssäulen bilden, um deichmann vor dem siechen untergang zu retten damit deichmann sich auch in zukunft so knorke authentische TV werbung leisten kann. der schuhhändler hat monatelang darauf hingearbeitet. man hat kunden auf den unkomplizierten einkauf via QRcode und paypal in ihren läden regelrecht heißgemacht -- indem man in filialen konsequent immer nur eine kasse betrieb.

wenn das thema kundenerlebnis solch ein extrem wichtiges feld ist -- sind nicht alle marken kuratoren ihres markenversprechens? warum erlebt man davon so wenig -- auch offline?
und: wird die reputation von amazon durch die ARD reportage (nachhaltig) beschädigt? vermutlich nicht. denn als kunde gibt es nach wie vor selten echte alternativen zu amazon. und, ganz ehrlich: man ist sich eben sehr oft doch selbst der nächste, und denkt bei 1-click nicht an die (unsichtbaren) angestellten -- oder den hermes boten. das ist zwar beschämend, aber quasi predictably irrational. und führt uns zurück zum anfang: ein transparentes unternehmen ist nicht nur gut für die reputation, sondern eben auch fürs kundenerlebnis.

Montag, 15. März 2010

Lena für Oslo und was wir daraus lernen können

Lena ist also unser Superstar und wir können wieder einiges daraus lernen. Die wichtigsten Dinge, die mir dazu einfallen mal schnell runtergeschrieben:

1. Auch im Zeitalter von Twitter, Facebook und Co. gibt es noch das "Stadtgespräch" -- es verlagert sich nur ins Netz. Selten wurde eine Show/ein Thema derart hoch und runtergenudelt wie USFO & DSDS. Auch wenn nicht einmal mehr der Tatort, die Tagesschau und Gottschalk die Deutschen zusammen bringen können, gibt es mittlerweile andere Medienformate, die das schaffen. Nur ist dazu eine geballte Medienaufmerksamkeit notwendig (Pro7/ARD), ein Staffelkonzept (wie bei RTL) und vor allem ein Telefonvoting.
Wenn ein Thema einmal "trending" ist, sollte es eine Fortsetzung oder eine Erweiterung auf interaktive Plattformen wie Facebook, Twitter oder Youtube geben.

2. "Wisdom of the crowd" funktioniert nicht überall, im schlimmsten Fall regiert (tatsächlich) das Mittelmaß. Wie könnte es sonst sein, dass die bessere Performerin mit dem schlechteren Titel gewinnt?

3. Offensichtlich schauen TV total mehr Männer, während DSDS von Frauen konsumiert wird. So lässt sich erklären, warum bei #USFO am Ende nur noch Frauen übrig waren, bei DSDS nur Typen.

4. Um eine solche Show zu gewinnen (und übrigens auch einen Grand Prix oder in der Hitparade), muss man nicht gut singen können.

5. 12 Punkte für Deutschland?! Es gibt immer noch Leute, die ernsthaft denken, dass wir den Grand Prix gewinnen bzw. dass das in irgend einer Weise für diese Art von Show entscheidend wäre.

Dienstag, 9. September 2008

Spore, DRM & wie man Piraten (nicht) bekämpft

So, jetzt, da simmer wieder - ich war kurz aufm Balkon gesessen und hab schnell 2 Bücher gelesen.
Das eine davon würde ich jedem in diesem Raum hier, und noch dringender Electronic Arts empfehlen: The Pirate's Dilemma (danke auch an TobiH für die Dauerleihgabe). Es bietet unter anderem ein sehr schlüssiges Plädoyer, wie man Piraterie am besten bekämpft (nein, nicht indem man die Leute bestraft die schon bezahlt haben) - indem man es sportlich nimmt und wie einen Wettbewerber betrachtet.
Ein recht bekannter Industrieller, den ich hier eigentlich nicht schon wieder zitieren will, bringt es sogar noch einfacher auf den Punkt:
How to deal with piracy? Compete with it.
Warum gerade EA das Buch lesen sollte? Die kopieren die (Fehler der) Musikindustrie und haben da offenbar ein kleines DRM-Problem bei Spore - dem absolut heißesten Spiel, auf dessen Erscheinen wir ja alle mindestens seit der letzten Sims-Erweiterung (Die Sims lernen pipi hinterm Zelt machen oder so) sehnsüchtig warten. Und ehrlich, ich frage mich schon ob das sein muss. Früher hatten die Spielefuzzis auch merkwürdige Anti-Piracy Konzepte, aber wenigstens waren sie etwas einfallsreicher .. ich erinnere mich z.B., wie auf dem Schulhof neben Disketten gerne noch ein fetter Stapel schlecht kopierter Handbücher hinterhergetauscht wurde. Aber 2008 mit Digital Restrictions Management kommen -> tztz, no no?

Was folgt ist die lässigste Form von "zivilem Ungehorsam" seit monochroms Instant Blitz Copy Fight Projekts. EA kriegt die Welle der Fans, die sie in den letzten Jahren mit E3 Videos und Games Convention Heißmachern mühevoll angefüttert haben, zurück: Mehr als 1500 enttäuschte DRM Gegner werten einfach das Spiel mit einem Stern bei amazon ab. Call it Flash Mob, call it web2.0, call it was du willst - ich finde das trifft punktgenau dort wo es wehtut.

Ich hoffe nur, dass EA nicht so lange braucht wie die Musikindustrie um DRM in die Tonne zu treten (oder haben die seinerzeit vlt. ein paar unnötige Assets von EMI weggekauft?) Das Spiel hätte es jedenfalls verdient, und das ganze hatte Marketing-technisch ja eigentlich so verheißungsvoll begonnen, unter anderem mit dem "kleinsten Billbord der Welt", das man nur mit Teleskop sehen kann.

Ach, EA, falls Ihr momentan keine Zeit habt, ganze Bücher zu lesen - schaut vielleicht wenigstens mal kurz den Metallica Kanal auf Youtube und das Danke-Video von Lars an ... Metallica, genau - das waren die Jungs, die vor ein paar Jährchen auch noch der Meinung waren, Fans verklagen sei eine gute Sache.

Montag, 5. Mai 2008

8 Punkte zum Thema Crowdsourcing

Am Wochenende war Barcamp in Leipzig. Schönes Wetter, schönes Event. Beides direkt vor der Haustür.
Hier sind die Folien aus meiner Session über Crowdsourcing und Lektionen aus dem OLP (Open Logo Project für Spreadshirt).
Die wichtigsten Punkte möchte ich in aller Kürze zusammenfassen und hier auflisten. Ich glaube, ich hab zwar schon mehrfach ähnliches oder genau das unten stehende gebloggt, falls ja verzeiht mir (ich hoffe, ich widerspreche mich nicht;)).

Vorab zumindest noch eine Bemerkung, weil immer mal wieder in Blogs oder in Gesprächen die "Sinnfrage" vorgebracht wird:

"Funktioniert" Crowdsourcing?

Leute, ehrlich gesagt wundert mich das. Die meisten von euch sind nicht erst seit gestern im Netz unterwegs, nutzen Blogs, Social Networks, laden ihr Zeug bei 2.0 Plattformen von del.icio.us bis Youtube ab, sind in Foren und Communities unterwegs und twittern was das Zeug hält. Und dann ziehen manche aus einzelnen Projekten ihre Schlüsse daraus, ob Crowdsourcing "funktioniert". Das ist einerseits okay, und liegt im Auge des Betrachters. Aber ich denke, der Denkansatz ist falsch: Crowdsourcing ist nichts weiter als eine Methodik, es ist wenn man so will eine "Spielart" von UGC. Manchen Unternehmen gelingt es besser, in diese "Gespräche" (cluetrain) einzusteigen, als anderen. Und natürlich gibt es eine Reihe von Projekten oder Crowdsourcing Plattformen, die nicht funktionieren - aber dafür genügend andere, die sehr funktionieren. Ich behaupte auch: in allen Branchen.
Schaut ggf. mal in das Verzeichnis bei openinnovation oder in das Crowdsourcing Directory.

Daraus ergibt sich für mich einfach keine Sinnfrage mehr, kein "ob". Man kann es besser oder schlechter machen, und sollte aus den Beispielen lernen.
Daher jetzt unsere Learnings aus 2 Open Logo Projekten, das meiste aus dem letzten, aktuellen Fall.

1. Briefing is key
Wie jedes andere Projekt braucht auch ein Crowdsourcing Projekt klare Regeln und einen Rahmen. In diesem bewegen sich sowohl Veranstalter als auch Teilnehmer. Das Briefing war im OLP die am häufigsten vorgebrachte Referenz bei Diskussionen.

2. Vermeide "Friendly Fire"
Das gilt vor allem für (größere) Organisationen. Bevor man einen Crowdsourcing Wettbewerb durchführt, sollte man intern um Verständnis geworben haben. Es ist auch bei uns vorgekommen, dass im laufenden Wettbewerb die "Sinnfrage" gestellt wurde - das stresst, kostet Zeit und Nerven.

3. Wie ermöglicht man Zusammenarbeit?
Ich bin mir nicht sicher, ob es an den (fehlenden) Tools liegt, oder an unserem konkreten Fall: Jedenfalls haben wir wenig Einreichungen von Design-Teams gesehen, obwohl wir auch "Nicht-Designer" ermutigen wollten, teilzunehmen. Die Diskussionen waren immer sehr kooperativ, und teilweise hat ein Designer eine Einreichung genommen, um sie zu verbessern (was nicht immer im Sinne des Urhebers war). Dennoch denke ich, dass Crowdsourcing mehr Kollaboration zulässt, und in der Offenheit viel Potenzial liegt was noch nicht genutzt wird (bzw. nur im bekannten "Diskussions"kontext, dass man eben eine Fragestellung in Wort oder Video kommentiert). Für uns war das Learning, dass Designer größtenteils lieber eigenständig arbeiten, aber gerne diskutieren ;).

4. (E)skaliere den Aufwand
Ein wichtiger Erfolgsfaktor war, dass eine zentrale Person dem Projekt ein "Gesicht" gab. Das war beim ersten OLP ich, beim zweiten Adam. Allerdings fiel es uns bei beiden OLPs schwer, uns so freizuschwimmen, dass wir Zeit für all die vielen schönen Ideen hatten, die wir uns im Vorfeld ausgedacht hatten. Man sollte daher Ressourcen und einen Plan parat haben, der Handlungsanweisung gibt, falls zu wenig oder zu viel Input von außen kommt.

5. Die richtigen Incentives
Wir haben ja relativ wenig Geld (=0 EUR) für die Promotion des OLP ausgegeben. Dafür haben wir sehr viel Wert darauf gelegt, welche Preise wir anbieten - es kommt dabei nicht nur unbedingt auf monetäre Vergütung an (The winner takes it all), sondern auf Incentives, z.B. auf ein Interview in der Computer Arts, oder auf die Auswahl eines Preises, der als Köder sehr gut funktioniert. Man sollte versuchen, dass viele derer, die sich richtig reingekniet haben, zumindest *etwas* zurück bekommen (bei uns waren das die bekannten Loser-Shirts). In Sachen "Hauptpreis": Wenn man die Auswahl zwischen einem ipod, iphone, etc. und etwas anderem hat, was eher zur Zielgruppe passt, sollte man lieber ... etwas anderes nehmen ;)

6. Vertrauen in Community, ohne "Diktatur der Demokratie"
Hängt mit dem ersten Punkt zusammen und wurde bei Design-Contests häufiger im Kontext "Mittelmaß gewinnt" vorgebracht: Man sollte genau überlegen, welche Entscheidungen man selbst trifft (muss die dann aber auch umsetzen), und welche Dinge man "auslagert". Wir haben die Erfahrung gemacht, dass beim ersten OLP niemand gemotzt hat, als wir ein Voting eingesetzt haben, um den Gewinner zu ermitteln. Beim zweiten waren aber auch alle einverstanden, dass wir den Gewinner selbst küren (mit Hilfe einer Jury) und nicht einmal ein Voting für einzelne Einreichungen anbieten. Meiner Meinung nach muss man das Involvement der Nutzer gut balancieren: Man sollte nicht zu viel abverlangen, um offen zu sein für Überraschungen - aber die Zügel nach wie vor in der Hand behalten, um im Zweifel "mutige Entscheidungen" selbst treffen zu können (erklären kann man sowas immer), und um nicht jeden Schritt 5x diskutieren zu müssen.
Übrigens, auch das ist "Vertrauen in die Community" - bei beiden OLPs zusammen, d.h. bei mehr als 4.000 Einreichungen, haben wir ganze 2 nicht freigeschalten und vielleicht eine handvoll Designs wegen Copyright Verstoss entfernen müssen ... Das ist denke ich mal ein gutes Zeichen.

7. Projekt fini - Was kommt danach?
Crowdsourcing Projekte wie unserer sind aktionsgebunden und eignen sich nicht zwingend für eine langfristige Kundenbindung. Der OLP-Blog fiel "am Tag danach" von hundert auf null, die Seite ist jetzt noch Museumstück. Auch wenn viele Leute während des Projekts eine Menge Spass haben, ist nach der Preisverleihung bzw. der Auflösung schnell das Interesse weg. Ein paar Leute konnten wir nach dem ersten OLP zwar zum Derby mit rübernehmen, und ein paar vom OLP2 sind (auch/wieder) aktiv bei laFraise, aber erwartet da nicht zu viel.
Das ist vielleicht vor allem bei Crowdsourcing-Plattformen interessant, die ihre Projekte gut timen müssen.

Da ich auch nochmal gefragt wurde, ob wir das Service nicht auch als "Plattform für andere Unternehmen" anbieten würden - ich denke mal, da gibt es je nach Bedarf mittlerweile genügend andere Anbieter, die das besser können (von trnd über voda zu wilogo), und manche Angelegenheiten würde ich sogar als "Chefsache" betrachten und nicht unbedingt aus der Hand geben.

8. Was jetzt?
Das ist der Punkt, den ich in den vergangenen Wochen mit diversen anderen Menschen diskutiert habe: Ich denke, jetzt kommen immer mehr solcher Plattformen und Projekte und es ist an der Zeit ein paar Standards zu definieren, gute Beispiele hervorzuheben. Aus diesem Grund werde ich in den nächsten Monaten einen kleinen Award ausloben, der sich mit dem Thema "wegweisende Crowdsourcing-Projekte" und ganz Allgemein vorbildliches "Kunden-Involvement" befasst. Mehr dazu in Kürze. Meinungen und Mitmacher natürlich wie immer willkommen!

Mittwoch, 30. April 2008

Was will Tchibo Ideas?

Da darüber schon woanders zur Genüge gebloggt wurde, ob Tchibo Ideas nun ein "yafsn" ist oder ein toller Entwurf von Dialog im Netz, erstmal quasi eine Notiz an mich selbst:
Das war nicht das erste, und auch nicht das letzte Mal, dass Pakete von A nach B rumgeschickt werden. Und dann wird es immer ein paar Leute geben, die darüber bloggen, je nachdem wie "ominös" oder sinnvoll das Geschenk ist - das ist doch nicht überraschend, sondern eher naheliegend weil das äh, ziemlich "traditionelles" Marketing ist - oder?
Für mich ist eher die Frage, ob es sich lohnt sowas zu machen, also wie man generell als Unternehmen einen Hebel findet, das als x-ter der das macht, irgendwie noch interessant gestaltet, nach welchem Prinzip die Blogger ausgesucht wurden, welche Erwartungen man hatte in Richtung dafür von Don A. in der Luft zerfetzt zu werden.
Daher finde fände ich den Fall Tchibo interessant, wenn man eine "Benchmark" anlegt, also ob die Aktion als Erfolg oder Mißerfolg verkauft wird und was die Verantwortlichen als Ziele hatten.
Leider gibts dazu nichts, nirgends, oder? Nicht mal ein Blog. Daher finde ich das ganze etwas mau und auf halbem Weg versemmelt.
Das ist auch das, was mir generell zu Tchibo Ideas einfällt: die Idee an sich ist nicht schlecht, und auch ich war überrascht, dass ausgerechnet Tchibo eine solche Plattform aufmacht - aber es sieht bislang zu sehr nach "Kampagne" aus, und davor kann man nur warnen.

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