Dienstag, 15. November 2005

Kabel Deutschland grüsst den Wettbewerb

So ein Umzug dauert doch immer etwas länger, als man dächte -- und allgemein hin vorhat. Wie dem auch sei: Hier bin ich wieder, und, zumindest halb. Denn im Moment gibts zuhause noch keinen Internetanschluss und vorerst auch kein Fernsehen. Und hierzu und den "Marktführermethoden" jetzt mehr in voller Länge.

Denn Kabel Deutschland ist so ein "Marktführer" und hat fast-Deutschland fest an der digitalen Gurgel.
Letzte Woche klingelte also der Kabel Deutschland "Medienberater" an unserer Tür. Auf den ersten Blick fand ich nur die Bezeichnung für einen TV-Vertreter komisch .. ein Klempner ist ein Klempner, ein Tischler ein Tischler, ein Fernsehfuzzi ein Fernsehfuzzi ... aber naja wie auch immer, dachte ich, über neumodische Berufsbezeichnungen macht man sich nicht lustig (vor allem wenn man selbst auch davon betroffen ist;), das stigmatisiert unnötig und lädt nicht gerade zum Dialog auf selber Augenhöhe ein.

Der Kabel Deutschland Vertreter, durchaus freundlich und in der Sache nett, liess uns wissen, dass der Vormieter den Anschluss abgemeldet hatte und wollte nun wissen, ob wir weiterhin Interesse am deutschen Farbfernsehen hätten. Kurze Diskussion hinter halb geschlossener Tür, und dann ein einstimmiges "Ja, why not?"
Für einen Zehner mehr im Monat kommt die elektrische Einschlafhilfe fast so günstig wie ein Klingelton-Abo und ausserdem hatten wir uns gerade daran gewöhnt -- was natürlich auch eine gewisse Methodik hat, die ich schon ein paarmal bei Umzügen erfahren habe: den Telefon-Anschluss würde einem keine Sau einen halben Monat lang "probehalber" zur Verfügung stellen. Nicht so beim Fernsehen: da kommen die Betreiber gut getimed auf die Idee mit dem Abschalten, und gerade wenn man denkt das gehört vielleicht zum Mietservice. "Also gut,10 Euro, okay." wir willigten ein und wollten unserem Medienberater dankbar die Pfote drücken und ihn langsam auf den Flur verbannen, als er sich nochmals kurz räusperte. "So, dann bekomme ich von Ihnen noch 50 Euro -- die Gebühr können Sie aber natürlich auch überweisen."

Was denn jetzt? Und: wofür? "Für den TV-Anschluss, Einrichtungsgebühr." "Also gestern abend sah es noch so aus, als wär der Fernseher schon eingerichtet?" - "Ja, aber wenn Sie die 50 Euro Gebühr nicht entrichten, muss ich Ihnen jetzt leider den Anschluss wieder abklemmen."

Mit diesem interessanten Geschäftsmodell hatte er mich in der Tat ein wenig überrumpelt, ich fasse daher nochmal kurz zusammen: da klingelt mittags um halb zwei ein Medienberater an Deiner Tür, der einen eigentlich frei geschalteten Anschluss wieder abklemmt, und fürs nicht-tun 50 Tacken abgreifen will?

Da läuft doch was falsch?! Ich erbat Bedenkzeit. Der Medienberater, ganz Medienberater, willigte ein, ging in den Keller und knipste uns erstmal weg vom großen Fernsehglück.
Nun überlege ich, ob es mir das wert ist. Denn wenn ich mir die Website der Unternehmung Deutsches TV, Kategorie "niederes Geschmeiss" (=Privatkunden) angucke, weiss ich wenigstens gleich woran ich bin:

Wenn Sie nur einen einzigen Haushalt, zum Beispiel Ihr Einfamilienhaus oder Ihre Wohnung, an unser Kabelnetz anschließen wollen, dann gibt es zu dieser Vertragsform keine Alternative*.

Schön, dass sie da wenigstens ehrlich sind und "no frills"-mäßig gar nicht erst um den heißen Brei rumreden. Woher allerdings die Diskrepanz zwischen dem Online-Preis (32 Euro "Anschluss", 17 Euros/Monat) und dem Tür-zu-Tür-Preis herrührt, werde ich mal meinen Medienberater fragen. Dafür hat er ja extra seine Handy-Nummer auf einer hübsch gestalteten Medienberater-Postkarte da gelassen.

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