The fish is here: Wo wandern die Budgets hin?
Okay, reißerische Headline, und gleich die Antwort: Keine Ahnung. Ich weiß es nicht, was Werbern und Marketeers in Zukunft noch alles einfällt, um uns auch noch online auf die Tüte zu gehen. Aber es werden mehr sein, die sich wie Julie Roehm von Chrysler (2Mrd. $ Budget jährlich) denkenI like to fish where the fish are. (Interview in der Fortune vom letzten Jahr, wieder aufgeschnappt hier)
Ich hoffe und bete inständig, das Geld wandert in mehr solcher Minisites wie bei IKEA, wo nach der bereits ziemlich genialen Küchenwebsite heute auch eine richtig fette Garderobe für Schweden und Schwedenfans wie mich eingerichtet wurde. Es ist gut investiertes Geld.

Bevor ich erkläre, warum ich die stylische Garderobe nicht einfach nur hier gebloggt habe, sondern auch auf COMPANICE, ein kleiner Schlenker: Ich wollte eigentlich schon länger mal darüber schreiben, wie und warum ich (wieder) zum IKEA Fan geworden bin, aber das wäre eine kurze Story gewesen .. Ich hasste IKEA, weil sie mich ohne zu fragen teilweise anbiedernd DUZEN. Aber vor allem deshalb, weil mich die Konformität und die Fassade (Außen hui, innen Multitool und Sperrholz) langsam störte. Irgendwann ist man doch aus dem Studialter raus und hat es einfach satt, in eine Wohnung voller Billis, Knuts und Expedits zu kommen, oder?
Also haben wir uns gedacht, wenn wir das nächste mal eine Couch kaufen, setzen wir auf Qualität, ein Experiment und einen Kontrapunkt: Wir gehen in ein, zwei andere, stinknormale Möbelhäuser. Ja, das haben wir getan -- und danach dann ganz schnell wieder bei IKEA ganz vorne auf dem Familienparkplatz geparkt.
Möbelhändler, ich verstehe eure Verzweiflung und sage: es sind die Kleinigkeiten ... zum Beispiel, dass man seine Bude nicht von oben bis unten (mit Werbegeschenk Müll) vollstopft. Dass man den Raum so nutzt, dass die werte Kundschaft sich wohlfühlt, auch wenn 1.000 Leute um einen rumtrampeln. Dass man zu seinen Kunden freundlich ist. Dass man sie nicht nur mit dumpfen, lauten Annoncen in Kostenlos-Zeitungen, mit bunten Faltblättern anbrüllt, dass man sie gelegentlich positiv überrascht, usw.
Btw. gekauft haben wir bei IKEA dann keine Couch sondern 500 andere Sachen, aber das ist wieder eine andere Geschichte: nun zurück und dazu warum die Garderoben Minisite nicht einfach nur geil ist, sondern richtig geil -- und mit Sicherheit bei irgendwelchen Awards dicke absahnen wird:
1. Sie ist technisch gut gemacht. Sie inszeniert das Produkt für Augen, Ohren und wartet mit den bewussten Details auf, die den Entdeckergeist wecken und einfach Spass machen.
2. Sie ist verständlich. Sowohl, was die "verspielte Usability" (Au backe, sorry) angeht, als auch die Markenbotschaft: Entdeckedie deine Möglichkeiten.
3. Sie verhehlt die IKEA Schwächen nicht. Jeder weiß, dass man bei IKEA günstige Möbel bekommt. Und deshalb sieht man deutlich, wie die Kollegin auf Etage1 versucht ihre Schuhe ins hakelige Regal zu packen und ebenso auf der 5. obersten Etage, wie die Schranktür wackelt, die der Kollege mit den weißen Hosen zumacht.
4. Sie provoziert echtes "Word of Mouth". Oder warum würde ich sonst gleich auf 2 Blogs davon schreiben (und mit Sicherheit nicht der einzige bleiben)?
Listen, Julie -> the fish is here.
(thx @ adverblog)
Ich hoffe und bete inständig, das Geld wandert in mehr solcher Minisites wie bei IKEA, wo nach der bereits ziemlich genialen Küchenwebsite heute auch eine richtig fette Garderobe für Schweden und Schwedenfans wie mich eingerichtet wurde. Es ist gut investiertes Geld.

Bevor ich erkläre, warum ich die stylische Garderobe nicht einfach nur hier gebloggt habe, sondern auch auf COMPANICE, ein kleiner Schlenker: Ich wollte eigentlich schon länger mal darüber schreiben, wie und warum ich (wieder) zum IKEA Fan geworden bin, aber das wäre eine kurze Story gewesen .. Ich hasste IKEA, weil sie mich ohne zu fragen teilweise anbiedernd DUZEN. Aber vor allem deshalb, weil mich die Konformität und die Fassade (Außen hui, innen Multitool und Sperrholz) langsam störte. Irgendwann ist man doch aus dem Studialter raus und hat es einfach satt, in eine Wohnung voller Billis, Knuts und Expedits zu kommen, oder?
Also haben wir uns gedacht, wenn wir das nächste mal eine Couch kaufen, setzen wir auf Qualität, ein Experiment und einen Kontrapunkt: Wir gehen in ein, zwei andere, stinknormale Möbelhäuser. Ja, das haben wir getan -- und danach dann ganz schnell wieder bei IKEA ganz vorne auf dem Familienparkplatz geparkt.
Möbelhändler, ich verstehe eure Verzweiflung und sage: es sind die Kleinigkeiten ... zum Beispiel, dass man seine Bude nicht von oben bis unten (mit Werbegeschenk Müll) vollstopft. Dass man den Raum so nutzt, dass die werte Kundschaft sich wohlfühlt, auch wenn 1.000 Leute um einen rumtrampeln. Dass man zu seinen Kunden freundlich ist. Dass man sie nicht nur mit dumpfen, lauten Annoncen in Kostenlos-Zeitungen, mit bunten Faltblättern anbrüllt, dass man sie gelegentlich positiv überrascht, usw.
Btw. gekauft haben wir bei IKEA dann keine Couch sondern 500 andere Sachen, aber das ist wieder eine andere Geschichte: nun zurück und dazu warum die Garderoben Minisite nicht einfach nur geil ist, sondern richtig geil -- und mit Sicherheit bei irgendwelchen Awards dicke absahnen wird:
1. Sie ist technisch gut gemacht. Sie inszeniert das Produkt für Augen, Ohren und wartet mit den bewussten Details auf, die den Entdeckergeist wecken und einfach Spass machen.
2. Sie ist verständlich. Sowohl, was die "verspielte Usability" (Au backe, sorry) angeht, als auch die Markenbotschaft: Entdecke
3. Sie verhehlt die IKEA Schwächen nicht. Jeder weiß, dass man bei IKEA günstige Möbel bekommt. Und deshalb sieht man deutlich, wie die Kollegin auf Etage1 versucht ihre Schuhe ins hakelige Regal zu packen und ebenso auf der 5. obersten Etage, wie die Schranktür wackelt, die der Kollege mit den weißen Hosen zumacht.
4. Sie provoziert echtes "Word of Mouth". Oder warum würde ich sonst gleich auf 2 Blogs davon schreiben (und mit Sicherheit nicht der einzige bleiben)?
Listen, Julie -> the fish is here.
(thx @ adverblog)
ami - 21. Aug, 21:52 - lovemarks
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