Donnerstag, 6. April 2006

OKGo mit Youtube

Wie schonmal angedeutet: Youtube geht ab wie d' Katz und gehört ja nicht nur in unserem Haus seit geraumer Zeit zu den "Hot Picks" -- sondern wurde erst kürzlich auch wieder von Sequoia mit Frischgeld versorgt. Und das ist nachvollziehbar: Im Customer Evangelist Blog wurde schon der Vergleich zwischen New York Times und Youtube angestellt, und vor allem das Bild von "Doogie Howser" gefällt mir sehr gut. Bis auf die Problemchen mit dem Copyright, die nicht nur mich an Napster erinnern, könnte Youtube wirklich der große Bringer sein und zum Beispiel für Viacom zur Alternative werden, nachdem das Facebook ja dankend 750 Millionen abgelehnt und den "Skype Dance" (Courtesy of Techcrunch) gemacht hat.

Beim Betrachten des Artikels von McConnell und Huba lernen wir zwei Sachen:

Erstens:
Es ist schwerer geworden, bei dem ganzen Web2.0 Gegruschel (Courtesy of StudiVZ) U-Boot-technisch unter dem Radar zu bleiben, um aus dem Halbdickicht den Großen auf der Nase rumzutanzen. Die Megakonzern Herde ist durch Facebook, MySpace und Skype aufgescheucht und hinreichend sensibilisiert. Bei Youtube wirds noch schwieriger: Die Homies wachsen einfach zu schnell und haben ein verdammt gutes "virales Element" - Videos! Übertragen auf ein paar Copyright Probleme darf man sogar sagen: Sie sind auch Opfer des eigenen Erfolgs.

youtubevsnyt

Zweitens:
Denn im Gegensatz zu einigen Krittlern, die behaupten Video rocke im Web so ganz und gar nicht, unter anderem Caterina Fake (die übrigens noch immer nicht auf meine Mail von Oktober geantwortet hat, aber das ist eine andere Geschichte) sehe ich die Entwicklung von Youtube und Videoplattformen, die ja grade großflächig aufmachen, durchaus sehr positiv und behaupte, das System hat einige Schwächen wie das Problem mit der "Interaktivität", Schnelligkeit, die Reichweiten vs. Plugin-Frage etc. überwunden. Die Seite ist sticky, die Bedienung supereinfach. Ich gehe sogar so weit und behaupte: hier wird Fernsehen endlich demokratisiert.

Einen dritten Scheibenputzer gibts for free, den hat uns Captain Zufall zugespielt:
Digitale Bildwelt und Archivfunktion, verbunden mit einer aktivierten Halböffentlichkeit (einer Gruppe), eröffnen immer mehr Möglichkeiten, Youtube auch langfristig als Marketing2.0-Tool einzusetzen. Hier spiele ich nicht nur die Crispin-Porter Bogusky Karte, ein zugegeben frisch und funky, aber doch auch eher kurzfristiges Feuerwerk, das bald abgebrannt ist und für einen Konzern doch eher Nebenwirkung zur Super Bowl Ausstrahlung.

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No no no, ich meine echtes "Marketing2.0", 1:1 Kontakt und OKGO!

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OKGo haben sich schon vor einiger Zeit mit ihrem styly amateuresken Backyard Dance in unser Langzeit-Gedächtnis getanzt, und nun schau man sich das hier an: Die Guys haben knapp ein Jahr später oder wann das Video zum ersten Mal auftauchte eine Youtube Gruppe mit mehr als 600 Groupies und 160 Videos, darunter eine korrekte Anzahl an Nachahmungen des Backyard Dances.

Und hei, hab ich "Nachahmungen" gelesen? Jemand beschäftigt sich in seiner Freizeit freiwillig mit dem Thema, das beknackte Video einzustudieren und nachzutanzen? So viel zum Thema "Impact".

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http://companice.twoday.net/stories/1799381/modTrackback

Trackbacks zu diesem Beitrag

vongwinner.twoday.net - 25. Apr, 17:18

40 Mio. Kurzfilme werden t

So, wie versprochen ein Eintrag zum... [weiter]
nfphjP - 1. Feb, 18:22

EpqtKC

HORIVP RGHNbyyeAaiRq [URL=http://agywpqb.com/]H ZCFMEKQOy[/URL] [weiter]
Max (Gast) - 6. Apr, 23:43

Erstmal vielen Dank, für den Post.
Genung Brands basteln bereits an VW-Pimp-Klonen bzw. hocken in den Startlöchern, was nicht funktionieren wird, außer man achtet auf viele Details...die spannenden Inputs kommen jedenfalls eher aus der Home-Video-Massen-Fabrik als von klassischen AV-Zeug. Allerdings stellt sich auch die Frage, welches historische und bislang fürs Fernsehen bedeutungslose Material bekommt frischen Kick?

umleitung - 7. Apr, 09:37

achtung beim fenster lehnen

hier wird nicht fernsehen demokratisiert sondern das spektakel. die youtube beiträge versuchen sich ja nur gegenseitig in superlativen zu übertreffen und lehnen sich dabei an gängige darstellungspraxen. youtube haben damit nur die berühmte marktlücke getroffen, gespickt mit einem spin (oder darf ich schon buzz sagen?) den man durchaus auch als hype bezeichnen könnte.
man sieht, das internet versucht sich zu instituionalisieren.
du willst was suchen? google. du willst hirnloses (moralfrei betrachtet) entertainment? youtube. email? gmx. bild upload? imageshack. usw. usf.
ich freu mich schon auf den web 2.0 bust wenns dann um hard cash geht, im sinne von abos oder premium zugaengen oder sonstwas geht. dann ist der ofen naemlich aus...

p.s.:
auf der anderen seite spricht übrigens der reuters ceo von web 3.0 und würd sich gern als die nr.1 anlaufstelle für 'home video' content sehen aber im 'news' sinne. stichwort: concorde crash, kate moss kokst usw. [den link zu der kürzlich gehaltenen rede find ich grad nicht]

ami - 7. Apr, 11:43

Layer statt Medien

Interessante Aspekte -- danke für den Hinweis auch auf Reuters. Wenn du den Link findest, bitte gleich rüberschicken :)

Zum Thema was genau demokratisiert wird: Eine interessante Diskussion hatte ich neulich auch über das Thema Spektakel und Massenmedien -- darüber, ob Google nicht auch längst zu einem Massenmedium geworden ist. Sicher, alles eine Frage der Definition. Ich denke allerdings weniger in "Massenmedien", und würde es eher als Layer bezeichnen: Ich denke Google, eBay, Skype sind solche Layer, Flickr ist knapp dran, Youtube kann auch eins werden. Definiert werden "Layer" nach Schnittstellenfunktion und nach Reichweite. Bei der Reichweite zeichnet sie besonders aus, dass sie eine kritische Masse erreichen, die sich über eine bestimmte Zielgruppe hinaus definiert.

Natürlich könnte man dann einzelne Sendungen oder Formate im Fernsehen auch mit einem Layer vergleichen: "Wetten, dass ..?" wären, neben "Tagesschau" und "Tatort" vielleicht noch layer-tauglich. Allerdings wird hier der Unterschied zwischen Massenmedium und Layer deutlich, nämlich besagte "Schnittstellenfunktion": Layer legen sich zwischen die jeweiligen Nutzer, sind als solches emergent und "Multi User driven". Ouha, Buzzword Alarm :)

Ich glaube, ich schreib das mal in einem extra Beitrag etwas detaillierter auf ...
umleitung - 7. Apr, 13:14

schick dir

ein mail. ist ein ft.com beitrag, gibts gratis nicht online.

das layer konzept klingt ganz nett aber genau die eigenschaften emergent und multi user driven machen es ja ziemlich unberechenbar. aber schreib noch einen beitrag...
Max (Gast) - 7. Apr, 13:48

ich denk, am anfang war die anarchisierung des spektakels. erst die bildung von mehrheiten (rating, view-count, buzz, semantic-clouds,...) imitiert mehr&mehr zustände demokratischen charakters. solche mehrheiten waren schon immer wichtig, aber bekommen im netz jetzt zusätzliche funktionen (selektion, kontrolle, usw). vorsicht ist angebracht, denn die (aktuelle) geschichte zeigt, wie dehnbar demokratie zb. in der politik geworden ist.

ob google ein massenmedium ist fraglich, da stimme ich zu, eher eine art sende-format (layer) innerhalb des massenmediums internetz. ein info-flaschenhals an dem die masse nukelt.
wetten dass...zb. war für millionen ein gesprächsthema montags im büro im unterschied zum pay-tv, dem eine solch soziale funktion fehlt. die propagierde individualität war für premiere ein feature, das sich schnell als bug heraustellte. diese individualität ist praktikisch für kapitilistische vermarkter, eine schaffung von monopolen innerhalb einer vielzahl von "ein-personen-märkten". aber dass solche monopole für den rezipienten/käufer nicht gerade vorteilhaft sind, ist klar, wird auch immer mehr vor allem bei jungen schichten erkannt. ob sich die sache mit premium-abos, übernahmen (zb. myspace.com) oder ähnlichen kapital-reaktionen abdrehen lassen möchte ich nicht gleich unterschreiben, den das "unkraut" wächst schnell an anderne stellen nach (siehe musikbranche).

zu reuters. es ist natürlich nicht neu, dass home-videos den sprung in die news schaffen. schlau sich der "Multi User Driven" (strg. +c) sache anzunehmen, anstatt zu blockieren, aber die herausforderung für reuters wird sein - erfolg vorausgesetzt - sich mit einer enormen quantität an beitragen journalistisch auseinanderzusetzen (codex, pressefreiheit, objektivität, uvm.). mir als destruktiver geist, schweben da schon ein paar ideen vor, wie man die jungs mit postproduction und 3D foppen kann :-)
umleitung - 8. Apr, 19:16

der faktor zeit

macht ja dann platz für schöne, lustige und nachdenkliche aktionen aus dem tactical media bereich a la yes men et al

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