hier wird nicht fernsehen demokratisiert sondern das spektakel. die youtube beiträge versuchen sich ja nur gegenseitig in superlativen zu übertreffen und lehnen sich dabei an gängige darstellungspraxen. youtube haben damit nur die berühmte marktlücke getroffen, gespickt mit einem spin (oder darf ich schon buzz sagen?) den man durchaus auch als hype bezeichnen könnte.
man sieht, das internet versucht sich zu instituionalisieren.
du willst was suchen? google. du willst hirnloses (moralfrei betrachtet) entertainment? youtube. email? gmx. bild upload? imageshack. usw. usf.
ich freu mich schon auf den web 2.0 bust wenns dann um hard cash geht, im sinne von abos oder premium zugaengen oder sonstwas geht. dann ist der ofen naemlich aus...
p.s.:
auf der anderen seite spricht übrigens der reuters ceo von web 3.0 und würd sich gern als die nr.1 anlaufstelle für 'home video' content sehen aber im 'news' sinne. stichwort: concorde crash, kate moss kokst usw. [den link zu der kürzlich gehaltenen rede find ich grad nicht]
Interessante Aspekte -- danke für den Hinweis auch auf Reuters. Wenn du den Link findest, bitte gleich rüberschicken :)
Zum Thema was genau demokratisiert wird: Eine interessante Diskussion hatte ich neulich auch über das Thema Spektakel und Massenmedien -- darüber, ob Google nicht auch längst zu einem Massenmedium geworden ist. Sicher, alles eine Frage der Definition. Ich denke allerdings weniger in "Massenmedien", und würde es eher als Layer bezeichnen: Ich denke Google, eBay, Skype sind solche Layer, Flickr ist knapp dran, Youtube kann auch eins werden. Definiert werden "Layer" nach Schnittstellenfunktion und nach Reichweite. Bei der Reichweite zeichnet sie besonders aus, dass sie eine kritische Masse erreichen, die sich über eine bestimmte Zielgruppe hinaus definiert.
Natürlich könnte man dann einzelne Sendungen oder Formate im Fernsehen auch mit einem Layer vergleichen: "Wetten, dass ..?" wären, neben "Tagesschau" und "Tatort" vielleicht noch layer-tauglich. Allerdings wird hier der Unterschied zwischen Massenmedium und Layer deutlich, nämlich besagte "Schnittstellenfunktion": Layer legen sich zwischen die jeweiligen Nutzer, sind als solches emergent und "Multi User driven". Ouha, Buzzword Alarm :)
Ich glaube, ich schreib das mal in einem extra Beitrag etwas detaillierter auf ...
ein mail. ist ein ft.com beitrag, gibts gratis nicht online.
das layer konzept klingt ganz nett aber genau die eigenschaften emergent und multi user driven machen es ja ziemlich unberechenbar. aber schreib noch einen beitrag...
Max (anonym) - 7. Apr, 13:48
ich denk, am anfang war die anarchisierung des spektakels. erst die bildung von mehrheiten (rating, view-count, buzz, semantic-clouds,...) imitiert mehr&mehr zustände demokratischen charakters. solche mehrheiten waren schon immer wichtig, aber bekommen im netz jetzt zusätzliche funktionen (selektion, kontrolle, usw). vorsicht ist angebracht, denn die (aktuelle) geschichte zeigt, wie dehnbar demokratie zb. in der politik geworden ist.
ob google ein massenmedium ist fraglich, da stimme ich zu, eher eine art sende-format (layer) innerhalb des massenmediums internetz. ein info-flaschenhals an dem die masse nukelt.
wetten dass...zb. war für millionen ein gesprächsthema montags im büro im unterschied zum pay-tv, dem eine solch soziale funktion fehlt. die propagierde individualität war für premiere ein feature, das sich schnell als bug heraustellte. diese individualität ist praktikisch für kapitilistische vermarkter, eine schaffung von monopolen innerhalb einer vielzahl von "ein-personen-märkten". aber dass solche monopole für den rezipienten/käufer nicht gerade vorteilhaft sind, ist klar, wird auch immer mehr vor allem bei jungen schichten erkannt. ob sich die sache mit premium-abos, übernahmen (zb. myspace.com) oder ähnlichen kapital-reaktionen abdrehen lassen möchte ich nicht gleich unterschreiben, den das "unkraut" wächst schnell an anderne stellen nach (siehe musikbranche).
zu reuters. es ist natürlich nicht neu, dass home-videos den sprung in die news schaffen. schlau sich der "Multi User Driven" (strg. +c) sache anzunehmen, anstatt zu blockieren, aber die herausforderung für reuters wird sein - erfolg vorausgesetzt - sich mit einer enormen quantität an beitragen journalistisch auseinanderzusetzen (codex, pressefreiheit, objektivität, uvm.). mir als destruktiver geist, schweben da schon ein paar ideen vor, wie man die jungs mit postproduction und 3D foppen kann :-)
achtung beim fenster lehnen
man sieht, das internet versucht sich zu instituionalisieren.
du willst was suchen? google. du willst hirnloses (moralfrei betrachtet) entertainment? youtube. email? gmx. bild upload? imageshack. usw. usf.
ich freu mich schon auf den web 2.0 bust wenns dann um hard cash geht, im sinne von abos oder premium zugaengen oder sonstwas geht. dann ist der ofen naemlich aus...
p.s.:
auf der anderen seite spricht übrigens der reuters ceo von web 3.0 und würd sich gern als die nr.1 anlaufstelle für 'home video' content sehen aber im 'news' sinne. stichwort: concorde crash, kate moss kokst usw. [den link zu der kürzlich gehaltenen rede find ich grad nicht]
Layer statt Medien
Zum Thema was genau demokratisiert wird: Eine interessante Diskussion hatte ich neulich auch über das Thema Spektakel und Massenmedien -- darüber, ob Google nicht auch längst zu einem Massenmedium geworden ist. Sicher, alles eine Frage der Definition. Ich denke allerdings weniger in "Massenmedien", und würde es eher als Layer bezeichnen: Ich denke Google, eBay, Skype sind solche Layer, Flickr ist knapp dran, Youtube kann auch eins werden. Definiert werden "Layer" nach Schnittstellenfunktion und nach Reichweite. Bei der Reichweite zeichnet sie besonders aus, dass sie eine kritische Masse erreichen, die sich über eine bestimmte Zielgruppe hinaus definiert.
Natürlich könnte man dann einzelne Sendungen oder Formate im Fernsehen auch mit einem Layer vergleichen: "Wetten, dass ..?" wären, neben "Tagesschau" und "Tatort" vielleicht noch layer-tauglich. Allerdings wird hier der Unterschied zwischen Massenmedium und Layer deutlich, nämlich besagte "Schnittstellenfunktion": Layer legen sich zwischen die jeweiligen Nutzer, sind als solches emergent und "Multi User driven". Ouha, Buzzword Alarm :)
Ich glaube, ich schreib das mal in einem extra Beitrag etwas detaillierter auf ...
schick dir
das layer konzept klingt ganz nett aber genau die eigenschaften emergent und multi user driven machen es ja ziemlich unberechenbar. aber schreib noch einen beitrag...
ob google ein massenmedium ist fraglich, da stimme ich zu, eher eine art sende-format (layer) innerhalb des massenmediums internetz. ein info-flaschenhals an dem die masse nukelt.
wetten dass...zb. war für millionen ein gesprächsthema montags im büro im unterschied zum pay-tv, dem eine solch soziale funktion fehlt. die propagierde individualität war für premiere ein feature, das sich schnell als bug heraustellte. diese individualität ist praktikisch für kapitilistische vermarkter, eine schaffung von monopolen innerhalb einer vielzahl von "ein-personen-märkten". aber dass solche monopole für den rezipienten/käufer nicht gerade vorteilhaft sind, ist klar, wird auch immer mehr vor allem bei jungen schichten erkannt. ob sich die sache mit premium-abos, übernahmen (zb. myspace.com) oder ähnlichen kapital-reaktionen abdrehen lassen möchte ich nicht gleich unterschreiben, den das "unkraut" wächst schnell an anderne stellen nach (siehe musikbranche).
zu reuters. es ist natürlich nicht neu, dass home-videos den sprung in die news schaffen. schlau sich der "Multi User Driven" (strg. +c) sache anzunehmen, anstatt zu blockieren, aber die herausforderung für reuters wird sein - erfolg vorausgesetzt - sich mit einer enormen quantität an beitragen journalistisch auseinanderzusetzen (codex, pressefreiheit, objektivität, uvm.). mir als destruktiver geist, schweben da schon ein paar ideen vor, wie man die jungs mit postproduction und 3D foppen kann :-)
der faktor zeit