Mittwoch, 19. Juli 2006

Wo die Liebe hinfährt ...

Über die Bahn ist ja schon viel gemeckert worden, und das zurecht. Heute Morgen jedoch erfreute der Zugchef die Reisenden mit folgender Ansage:

"Guten Tag, hier spricht der Zugchef. Ich möchte Ihnen gerne ein Gedicht vortragen."

Und mit leichtem pfälzer Akzept intonierte er dann nicht uncharmant "Erde - bist so klein geworden", ein Liebesgedicht von einem gewissen Joachim Hille.

Man lachte, schmunzelte und freute sich über die einigermaßen ansprechenden Worte. Meine Nebensitzerin schrieb sich den Namen des Autoren auch brav mit Neonmarker in ihren Geschäftsordner.

Ich frug mich, was das wohl bedeuten könnte. War der Zugchef einfach verliebt? Liest die deutsche Bahn ab sofort deutsche Lyrik, ganz im Zuge der "Du bist Deutschland" Kampagne? Darf ich nun Ringelnatz, Kästner, Goethe und Co. erwarten?

Die Lösung ist unter Umständen etwas einfacher, aber nicht minder effektiv: Das Buch von Joachim Hille (vornedrauf ist ein Zug) ist bei BoD erschienen und für lumpige 9,90 EUR zu haben. Nette Werbeaktion, egal ob vom Autor selbst, für einen Freund oder bezahlter Weise.

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Max (anonym) - 20. Jul, 00:57

Seufz

Die unschuldige Werbung vom Lande - es gibt sie noch, schöön....

Sascha (anonym) - 3. Aug, 13:35

Jürgen Hille - der Mann in Blau

Auch ich hatte heute morgen auf der Fahrt von Frankfurt am Main Hbf nach Essen Hbf im ICE 824 das Vergnügen, diesen sehr freundlichen Zugchef kennenzulernen. Ich bin auf ihn aufmerksam geworden, als er einer Dame im fast leeren Abteil ca. 5 Gedichte aufsagte. Natürlich durfte auch die Werbung für sein neues Buch nicht fehlen und so habe ich eines von seinen 3 Werken inklusive Widmung für meine Frau erstanden.

Ich denke, es gibt wenig Menschen, die wie er seinen Traumberuf gefunden haben, sich einen weiteren Traum erfüllten und diese beiden Dinge so gut kombinieren wie er!

Ich freue mich auf viele weitere ICE-Fahrten mit Joachim Hille!

Sascha (anonym) - 3. Aug, 13:36

...es muss natürlich Joachim Hille heissen!!!

Sabrina (anonym) - 18. Okt, 12:08

Joachim Hille

Auch mir begegnete dieser tiefgründige Zugführer.
Er brachte ein nahes gelegendes Abteil komplett "um den Verstand".
Leider hielt er sich in unserem etwas kürzer auf und es war nicht einfach seine Gedichte durch den Lärm zu verstehen.

Herr Hille ist wirklich charmant, solche Menschen können die Bahn nur rühmen!

Übrigens...die Gedichte die über Lautsprecher kommen, sind weder von ihm selbst gelesen noch bezahlt er seine Kollegen dafür.
Sie tun es einfach so und das finde ich bemerkenswert.

Das lockert den Einzelnen.

Weiter so!

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