Freitag, 22. September 2006

Crowdsourcing heißt bald auch Krautsourcing

Lieber Tommi,

was für ein Zufall: Erst heute habe ich für einen Kollegen eine (eher oberflächliche) Präsentation für den DMMK zum Thema Crowdsourcing fertiggestellt.
Und grade vorhin lese ich bei bei Jochen Krisch: Das Thema ist in der Business Week angekommen. Die deutsche Übersetzung gibts beim Best Practice Business Blog.
1. Richtige Fokussierung
2. Gutes Filtern der Ideen
3. Die besten Experten in der Masse finden
4. Aufbau einer Fancommunity

Also den vier angesprochenen, sehr hilfreichen Punkten gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Eigentlich heißt, zum einen sollte man den Zeitaufwand nicht unterschätzen (das hab ich bei meiner OLP Nachlese ja schonmal leicht angedeutet) und nicht zuviel erwarten (s. 1% Regel). Und für deutsche Manager und Skeptiker darf man vielleicht nochmal voranstellen: Loslassen! Bevor man sich auf ein Crowdsourcing Projekt einlässt, muss man bereit sein, Kontrolle abzugeben. Das ist nicht ganz einfach, denn das heißt: einfach mal die Arschbacken etwas aufmachen, ehrlich sein, Rückgrat zeigen - und da scheiden nach wie vor einige aus. Entschuldigung für diese Formulierung, aber ich bin etwas übermüdet und ich denke du weißt was ich meine.
Und wie ich von Thilo soeben erfahren habe, hat sogar die aktuelle Zeit einen Artikel über das Thema "Do It Yourself".
What-so-evr: Findest du nicht auch, dass sich seit unserer Übersetzung des Open Source Marketing Manifesto ganz schön was getan hat?

Fehlt eigentlich nur noch, dass uns jemand mal einen neuen Blogheader macht und von uns reichlich dafür incentiviert wird ;)


Grusz nach Stuggi-town und ich wär gern gekommen nächste Woche

ami.)

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http://companice.twoday.net/stories/2704575/modTrackback

Hugo E. Martin (Gast) - 22. Sep, 08:01

Crowdsourcing - fokusieren und filtern

Wirklich? ... die Chance des Crowdsourcing ist doch gerade der der unspezifische, unscharfe (fuzzy) Ansatz der allen Pflänzchen eine Chance ein Environment gibt, ohne sich gleich im grellen Licht bewähren zu müssen ... oder ausgerissen, ausgesondert zu werden.

ami - 22. Sep, 10:11

das ist ein sehr guter und IMO wunder punkt. zumal viele unternehmen ja gerade ihre kunden schätzen, die sich etwas tiefer mit der materie auskennen und daran interessiert sein müssten, neue ideen zu bekommen.

auf der anderen seite kenne ich das mittlerweile auch, dass es nicht unbedingt auf die ideen ankommt, die meisten haben/hatten wir selbst auch schon. es geht um die umsetzung. und da kann man natürlich mehr "abgraben", wenn man den kunden customer evangelists eine einfache aufgabenstellung gibt. das ist ja das tückische an der outsourcing/crowdsourcing thematik: die grenze zum ausnutzen ist schnell erreicht, und man muss unbedingt darauf achten dass es eine win/win situation bleibt (s. artikel in der zeit). nichtsdestotrotz ist ein crowdsourcing/OSM projekt wenn es gut läuft immer auch ein wunderbarer "think tank".
matias (Gast) - 23. Sep, 14:26

Also diese 1%-Regel gefällt mir nicht wirklich.
Wir haben da auf VisualOrgasm einfach andere Erfahrungen gemacht. Und wie es in der BusinessWeek ja schon heißt: auf die richtig Crowd kommt es an.
Auf jeden Fall ist es gut, dass immer mehr über diese Thema diskutiert wird.
Und Kompliment für euer OpenLogo-Contest. DAS war Crowdsourcing pur. Gut gemacht! :)
Viele Grüße aus Berlin
matias

Björn (Gast) - 27. Sep, 20:45

präsentation war gut :)

hab mir die präse heute live geben dürfen, war ganz cool ;) konrad hatte die symathien mit seiner rolle als mitglied einer 2.0-leader company jedenfalls auf seiner seite. ob sich die 1% regel so halten lässt ausserhalb von produkten mit entsprechend affiner zielgruppe? ich weiss es nicht. der vortrag war aber gut, da hätte man noch mehr machen können, die zeiten für die vorträge fand ich zu kurz.

greets from stuttgart
ami - 28. Sep, 20:16

1% *regel*

letztendlich ist es natürlich eine definitionsfrage .. und als solche würde ich die 1% nicht für bare münze nehmen, wie ich auch nicht alles nach pareto ausrechne. ich denke, es ist ein anhaltspunkt, wenn man ein projekt plant. und da gibt es sicher nach zielgruppe & projekt mehr oder weniger starke schwankungen.

ich finde es nur beachtlich, dass sich dieses "phänomen" (nennen wir es mal vorsichtig so ;)) scheinbar durch viele, teilweise auch richtig große "mitmachprojekte" wie die wikipedia oder youtube durchzieht.

daher versuche ich das eher als "mutmacher" einzusetzen, wenn mal wieder jemand darüber klagt, dass er mit seinem langweiligen produkt und seinem verschnarchten unternehmen *niemanden* hinterm ofen vorlocken kann. da ist das doch eine prima motivation, wenn man sagt: "du, bei der wikipedia oder youtube machen auch nur 1% aktiv mit" :)
ami - 28. Sep, 20:18

das mit der präse freut mich natürlich .. ich habe immer ein ungutes gefühl, wenn man jemanden mit einer "fremden" folie losschickt. eben auch total "2.0" - leidenschaft & partizipation. jetzt bin ich natürlich auf die videomitschnitte gespannt :)
Matias (Gast) - 29. Sep, 13:07

VisualBlog

Ami, du hast Recht.
1% von Youtube ist eine gewaltige Masse, die potentielle Kunden motivieren sollte.
Ein gutes Argument!

Anke Richter (Gast) - 10. Okt, 19:37

Ja, ganz meiner Meinung. Das würde auf jeden Fall ziehen.
LG Anke

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