Wie wichtig sind "VIPs" für den Tipping Point?
Wie ein Lauffeuer, (man könnte auch sagen "viral") hat sich der Artikel zum Tipping Point in der Fast Company verbreitet: Etwas populistisch wird da Malcolm Gladwells Theorie vom "Tipping Point" auseinander genommen. In einem Experiment von Duncan Watts (Yahoo Research) ist herausgekommen, dass nicht etwa die großen Hubs, die "Influentials" zum Erfolg einer Marketingkampagne beitragen, sondern eher die normalen Nutzer.
Im Artikel wird "virales Marketing" von Watts daher eher mit Waldbränden verglichen:
There are thousands a year, but only a few become roaring monsters. That's because in those rare situations, the landscape was ripe: sparse rain, dry woods, badly equipped fire departments. If these conditions exist, any old match will do. "And nobody," Watts says wryly, "will go around talking about the exceptional properties of the spark that started the fire."
Demnach sind zwei Faktoren wichtig:
Zum einen der "Enthusiasmus", den eine Geschäftsidee, ein Produkt, oder eine Kampagne bei einer Reihe von (normalen!) Nutzern erzeugt.
Und zum zweiten der Zeitpunkt, an dem das ganze gestartet wird. Der Nährboden, die Bedingungen müssen richtig sein. Beides bedingt sich sicher gegenseitig. Und das widerspricht nicht unbedingt der Theorie des "Tipping Point", sondern relativiert sie höchstens an einer Stelle. Ist an sich, wenn man darüber nachdenkt, eigentlich auch keine große Überraschung - wer würde annehmen, dass ein Experte und gut vernetzter Staubsaugervertreter, ein "Influential" und Hub für neuartige Staubsaugerbeutel, gleichzeitig automatisch der beste Ansprechpartner für die Verbreitung großartiger Wollsocken wäre?
Daher interessiert mich, was Fachleute wie Martin Oetting oder Mark Pohlmann darüber denken. Es fühlt sich auch so an, als würde das Experiment von Watts den Net Promoter Score bestätigen: Ich will nicht dauernd Jeff Bezos Zitat wiederholen (na gut, einmal noch: "If you offer great services, people find out") aber das stützt im wesentlichen die Annahme, dass ein Produkt an sich nach wie vor den Nerv der Zeit und allgemein der werten Kundschaft treffen muss.
Mittlerweile hat sich auch Seth Godin zu Wort gemeldet - im Gegensatz zu Guy Kawasaki relativiert er den Artikel. Trotz der Länge ein guter Denkanstoss, den man sich reintun sollte.
Im Artikel wird "virales Marketing" von Watts daher eher mit Waldbränden verglichen:
There are thousands a year, but only a few become roaring monsters. That's because in those rare situations, the landscape was ripe: sparse rain, dry woods, badly equipped fire departments. If these conditions exist, any old match will do. "And nobody," Watts says wryly, "will go around talking about the exceptional properties of the spark that started the fire."
Demnach sind zwei Faktoren wichtig:
Zum einen der "Enthusiasmus", den eine Geschäftsidee, ein Produkt, oder eine Kampagne bei einer Reihe von (normalen!) Nutzern erzeugt.
Und zum zweiten der Zeitpunkt, an dem das ganze gestartet wird. Der Nährboden, die Bedingungen müssen richtig sein. Beides bedingt sich sicher gegenseitig. Und das widerspricht nicht unbedingt der Theorie des "Tipping Point", sondern relativiert sie höchstens an einer Stelle. Ist an sich, wenn man darüber nachdenkt, eigentlich auch keine große Überraschung - wer würde annehmen, dass ein Experte und gut vernetzter Staubsaugervertreter, ein "Influential" und Hub für neuartige Staubsaugerbeutel, gleichzeitig automatisch der beste Ansprechpartner für die Verbreitung großartiger Wollsocken wäre?
Daher interessiert mich, was Fachleute wie Martin Oetting oder Mark Pohlmann darüber denken. Es fühlt sich auch so an, als würde das Experiment von Watts den Net Promoter Score bestätigen: Ich will nicht dauernd Jeff Bezos Zitat wiederholen (na gut, einmal noch: "If you offer great services, people find out") aber das stützt im wesentlichen die Annahme, dass ein Produkt an sich nach wie vor den Nerv der Zeit und allgemein der werten Kundschaft treffen muss.
Mittlerweile hat sich auch Seth Godin zu Wort gemeldet - im Gegensatz zu Guy Kawasaki relativiert er den Artikel. Trotz der Länge ein guter Denkanstoss, den man sich reintun sollte.
ami - 30. Jan, 10:19 - questionmarks
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Hugo E. Martin (anonym) - 30. Jan, 14:15
Wie wichtig sind "VIPs" für den Tipping Point?
Wenn die VIP's 'zufällig' im Glied stehen, sind sie einer Verbreitung dienlich, wenn nicht sind sie irrelevant für die Verbreitung der Botschaft.
Es sind die passenden Links 'in place' und 'in time' ... für die jeweilige Nachricht (Virus) ... die über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden.
Es sind die passenden Links 'in place' und 'in time' ... für die jeweilige Nachricht (Virus) ... die über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden.
Martin Oetting (anonym) - 30. Jan, 15:31
Ist nicht der einzige, der das sagt.
Duncan Watt's Ansichten werden in den USA bereits seit einer Weile diskutiert, weil die Forschung bereits seit Dezember bekannt ist. Natürlich hat er unter all denen, die mit der Beratung zum Thema 'Influentials' ihr Geld verdienen, eine ziemliche Welle losgetreten. Ich persönlich sehe das etwas differenziert und würde zwei Arten von relevanter Mundpropaganda unterscheiden:
1.) Spontane "Sender-WOM": Menschen teilen anderen Menschen mit, dass sie von einem spannenden neuen Produkt erfahren haben. Hier sind die 'Influentials' nicht so wichtig, und genau um dieses dreht es sich auch bei Duncan Watts - das Auslösen von Mundpropaganda-Wellen. Wir sehen das bei trnd genau wie Duncan Watts, Dave Balter und auch andere, die sagen, dass man in dem Zusammenhang nicht so sehr auf die 'Influentials' gehen soll. Aus genau diesem Grund machen wir bei Massenprodukten - wie beispielsweise Kaugummi - eher eine Kampagne mit 5000 Leuten als mit 500.
2.) Nachgefragte "Receiver-WOM": Menschen müssen eine Kaufentscheidung treffen, wollen Risiko minimieren und sind deshalb auf der Suche nach gutem Rat dazu. Hier sieht die Sache meiner Ansicht nach etwas anders aus. Wenn Leute Mundpropaganda nachfragen, werden sie sich tendenziell eher an Leute wenden, die sie als Experten wahrnehmen, bzw. es mit entsprechender Online-Suche probieren. Wenn man also Produkte vermarktet, bei denen es um hohes Investment geht, oder wo die Käufer potenziell ein Risiko eingehen, ist es wichtig, dass hier die richtigen Leute gebrieft sind. Bei trnd machen wir in solch einem Fall Projekte, die sich mittels Blog & Co in guten Suchergebnissen niederschlagen, die also auf CGM abziehlen. Und darüber hinaus ist es hier sicher vernünftig, mit solchen "Online-Persönlichkeiten" in Dialog zu treten, die sich für das jeweilige Thema einen Namen gemacht haben. Und damit übergebe ich an dieser Stelle dann an Mark Pohlmann, denn das wäre dann das Mavens-Thema. ;-)
1.) Spontane "Sender-WOM": Menschen teilen anderen Menschen mit, dass sie von einem spannenden neuen Produkt erfahren haben. Hier sind die 'Influentials' nicht so wichtig, und genau um dieses dreht es sich auch bei Duncan Watts - das Auslösen von Mundpropaganda-Wellen. Wir sehen das bei trnd genau wie Duncan Watts, Dave Balter und auch andere, die sagen, dass man in dem Zusammenhang nicht so sehr auf die 'Influentials' gehen soll. Aus genau diesem Grund machen wir bei Massenprodukten - wie beispielsweise Kaugummi - eher eine Kampagne mit 5000 Leuten als mit 500.
2.) Nachgefragte "Receiver-WOM": Menschen müssen eine Kaufentscheidung treffen, wollen Risiko minimieren und sind deshalb auf der Suche nach gutem Rat dazu. Hier sieht die Sache meiner Ansicht nach etwas anders aus. Wenn Leute Mundpropaganda nachfragen, werden sie sich tendenziell eher an Leute wenden, die sie als Experten wahrnehmen, bzw. es mit entsprechender Online-Suche probieren. Wenn man also Produkte vermarktet, bei denen es um hohes Investment geht, oder wo die Käufer potenziell ein Risiko eingehen, ist es wichtig, dass hier die richtigen Leute gebrieft sind. Bei trnd machen wir in solch einem Fall Projekte, die sich mittels Blog & Co in guten Suchergebnissen niederschlagen, die also auf CGM abziehlen. Und darüber hinaus ist es hier sicher vernünftig, mit solchen "Online-Persönlichkeiten" in Dialog zu treten, die sich für das jeweilige Thema einen Namen gemacht haben. Und damit übergebe ich an dieser Stelle dann an Mark Pohlmann, denn das wäre dann das Mavens-Thema. ;-)
Mark Pohlmann (anonym) - 31. Jan, 11:01
hallo an alle & danke für die einladung zum mitdiskutieren!
ohne mich jetzt mit der aktuellen diskussion im detail beschäftigt zu haben, und ohne ganz zu verstehen, wo nun die bahnbrechend neuen erkenntnisse sind, nur eine aussage von meiner seite: influentals / mavens verbreiten nichts. sie leben trends vor.
beispiel. nur weil eine frau im schlangenlederkostum zur party kommt, heißt das noch lange nicht, dass morgen das alle ihre freundinnen machen. wenn es aber diese EINE ist, die sowieso immer die coolsten sachen trägt, sind alle anderen frauen beeindruckt. denn sie wissen, dass diese eine die ist, die früh trends erkennt. würde sie darüber reden, wäre niemand beeindruckt. das machen macht den unterschied.
ohne mich jetzt mit der aktuellen diskussion im detail beschäftigt zu haben, und ohne ganz zu verstehen, wo nun die bahnbrechend neuen erkenntnisse sind, nur eine aussage von meiner seite: influentals / mavens verbreiten nichts. sie leben trends vor.
beispiel. nur weil eine frau im schlangenlederkostum zur party kommt, heißt das noch lange nicht, dass morgen das alle ihre freundinnen machen. wenn es aber diese EINE ist, die sowieso immer die coolsten sachen trägt, sind alle anderen frauen beeindruckt. denn sie wissen, dass diese eine die ist, die früh trends erkennt. würde sie darüber reden, wäre niemand beeindruckt. das machen macht den unterschied.















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