Keine Markenartikel mehr auf ebay
Kurios! Laut Netzeitung bzw. Focus darf ebay keine Schulränzen von Scout mehr verkaufen - und ggf. kann das Urteil dann ebenfalls von anderen Marken herangezogen werden. Auch wenn das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, ich finde das wieder mal eine interessante Auseinandersetzung, weil es zeigt, dass die Gerichte und viele Unternehmen das Internet immer noch nicht verstanden haben.
Man will tatsächlich einen Anbieter wie ebay, sprich die paar Milliönchen Anbieter, davon abhalten dass Scout Rucksäcke verkauft werden, weil es kein "Ambiente wie im Fachhandel bietet". Auf deutsch: um nicht irgendwo verramscht zu werden. Unter Umständen vielleicht sogar als Scouts, die garnicht Scouts sind. Oh Gott!
Auf der anderen Seite ist das ein deutliches Zeichen: Der Markt (gerade für "Powerseller") fragmentiert zusehends -- ebay segelt mit seinem Spagat zwischen Auktionsplattform für Privatanwender und Marktplatz für Powerseller ziemlich hart am Wind und ist längst nicht mehr die shiny happy Wunderwelt, auf der jeder Honk seine alten Käsestinker los wird (hey, so alt waren die noch garnicht!). Vor ein paar Jahren hätte sich kein Hersteller getraut, so einen Affentanz aufzuführen.
Fraglich ist für mich jedenfalls:
Ist es wirklich schädlich für eine Marke, wenn auf ebay ihre Sachen verkauft werden?
Bislang habe ich beispielsweise bewusst zum Kauf von Markenware tendiert, um nach Benutzung bei ebay durch eine höhere Bekanntheit und Qualität wieder was reinzukriegen (also, mal ausgenommen Käsestinker, die werf ich dann normalerweise schon weg).
Gerade Marken können von ebay profitieren, über das Thema haben wir hier schonmal geschrieben.
Dazu kommt: die Ursache im Verramschen liegt doch eigentlich wohl eher darin, dass man die anderen (Vertriebs-)Kanäle effizienter nutzen sollte und ggf. am Forecast arbeiten, oder nicht?
Mal ehrlich: Wo wird das weitergehen, wenn das Urteil durchgeht? Wird Scout auch Preisvergleichsplattformen unterbinden, dass ihre Ranzen gelistet werden, weil das Suchen nach dem günstigsten Preis das Ambiente eines stilvollen Einkaufs zerstört? Wird Scout danach Google verbieten, dass ihre Ränzen überhaupt im Internet gefunden werden können? Kann ich mir gut vorstellen.
Alternativ könnte man auch ein Regierungsprogramm auf die Beine stellen, das gemeinsam mit dem BVDW nach Möglichkeiten sucht, wie man als eCommerce Plattform überhaupt ein "Ambiente" herstellen kann, das an den Fachhandel heranreicht? Was ist mit den ganzen Flohmärkten, wo die abgescheuerten Dinger zu einem Bruchteil an ebay Kosten zu haben sind? Wird das als nächstes unterbunden, wie kann man die auf Fachhandels-Niveau heben?
Wahrscheinlich gibt es in absehbarer Zeit ein Scout Premium Premium Partnerprogramm: Scout Kunden und Handels-Aspiranten können sich durch einen Außendienstmitarbeiter qualifizieren lassen, der das Ambiente des Anbieters inspiziert (Privatwohnungen, Garagen), ein paar knallharte Prüfungen durchzieht (wie viele Riemen hat ein Ranzen?) und dann ggf. für ebay, Preisvergleichsplattformen, und Flohmärkte lizenziert. Aber jeder nur 1 Ranzen!
Viel besser aber ist wahrscheinlich: wir kaufen in Zukunft einfach keine Scout Ränzen mehr, dann muss ebay die auch nicht anbieten.
Man will tatsächlich einen Anbieter wie ebay, sprich die paar Milliönchen Anbieter, davon abhalten dass Scout Rucksäcke verkauft werden, weil es kein "Ambiente wie im Fachhandel bietet". Auf deutsch: um nicht irgendwo verramscht zu werden. Unter Umständen vielleicht sogar als Scouts, die garnicht Scouts sind. Oh Gott!
Auf der anderen Seite ist das ein deutliches Zeichen: Der Markt (gerade für "Powerseller") fragmentiert zusehends -- ebay segelt mit seinem Spagat zwischen Auktionsplattform für Privatanwender und Marktplatz für Powerseller ziemlich hart am Wind und ist längst nicht mehr die shiny happy Wunderwelt, auf der jeder Honk seine alten Käsestinker los wird (hey, so alt waren die noch garnicht!). Vor ein paar Jahren hätte sich kein Hersteller getraut, so einen Affentanz aufzuführen.
Fraglich ist für mich jedenfalls:
Ist es wirklich schädlich für eine Marke, wenn auf ebay ihre Sachen verkauft werden?
Bislang habe ich beispielsweise bewusst zum Kauf von Markenware tendiert, um nach Benutzung bei ebay durch eine höhere Bekanntheit und Qualität wieder was reinzukriegen (also, mal ausgenommen Käsestinker, die werf ich dann normalerweise schon weg).
Gerade Marken können von ebay profitieren, über das Thema haben wir hier schonmal geschrieben.
Dazu kommt: die Ursache im Verramschen liegt doch eigentlich wohl eher darin, dass man die anderen (Vertriebs-)Kanäle effizienter nutzen sollte und ggf. am Forecast arbeiten, oder nicht?
Mal ehrlich: Wo wird das weitergehen, wenn das Urteil durchgeht? Wird Scout auch Preisvergleichsplattformen unterbinden, dass ihre Ranzen gelistet werden, weil das Suchen nach dem günstigsten Preis das Ambiente eines stilvollen Einkaufs zerstört? Wird Scout danach Google verbieten, dass ihre Ränzen überhaupt im Internet gefunden werden können? Kann ich mir gut vorstellen.
Alternativ könnte man auch ein Regierungsprogramm auf die Beine stellen, das gemeinsam mit dem BVDW nach Möglichkeiten sucht, wie man als eCommerce Plattform überhaupt ein "Ambiente" herstellen kann, das an den Fachhandel heranreicht? Was ist mit den ganzen Flohmärkten, wo die abgescheuerten Dinger zu einem Bruchteil an ebay Kosten zu haben sind? Wird das als nächstes unterbunden, wie kann man die auf Fachhandels-Niveau heben?
Wahrscheinlich gibt es in absehbarer Zeit ein Scout Premium Premium Partnerprogramm: Scout Kunden und Handels-Aspiranten können sich durch einen Außendienstmitarbeiter qualifizieren lassen, der das Ambiente des Anbieters inspiziert (Privatwohnungen, Garagen), ein paar knallharte Prüfungen durchzieht (wie viele Riemen hat ein Ranzen?) und dann ggf. für ebay, Preisvergleichsplattformen, und Flohmärkte lizenziert. Aber jeder nur 1 Ranzen!
Viel besser aber ist wahrscheinlich: wir kaufen in Zukunft einfach keine Scout Ränzen mehr, dann muss ebay die auch nicht anbieten.
ami - 31. Mrz, 12:25 - Internet-Kultur
7 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
lvgwinner (Gast) - 31. Mrz, 14:01
So sinnlos ist es nicht...
So sinnlos wie Du das darstellst, finde ich das gar nicht. Als Hersteller von Premiumprodukten muss ich mich schließlich schon darum kümmern wie meine Produkte verkauft werden. Schließlich gehört nicht nur das nackte Produkt sondern auch die fachgerechte Beratung und adäquate Präsentation zu meiner Leistung. Zumindest wenn es um Neuware geht würde ich den meisten Unternehmen dazu raten auf das Verkaufsumfeld zu achten.
Nur weil es so wahnsinnig hip ist das plötzlich alles überall und für jeden verfügbar ist, heißt ja noch lange nicht das es für jedes Produkt Sinn macht auch diesen Vertriebsweg zu wählen.
Nur weil es so wahnsinnig hip ist das plötzlich alles überall und für jeden verfügbar ist, heißt ja noch lange nicht das es für jedes Produkt Sinn macht auch diesen Vertriebsweg zu wählen.
ami - 31. Mrz, 14:26
sinnlos finde ich ..
vor allem, dass darüber geklagt wird. ich verstehe deine argumente und
v.a. deinem letzten punkt widerspreche ich überhaupt nicht. man muss vorher ansetzen: beim forecast und beim vetrieb an sich. dass produkte auf ebay erhältlich sind und "leaken", uU verramscht werden wenn man sich verplant hat und dann zu viele produkte auf den markt bringt, kriegt man mit einer klage und einem verbot nicht in den griff (sind ja meistens keine neuen produkte) - v.a. auch deshalb, weil man die falschen trifft: dieses verbot behandelt die kunden wie kinder, nach dem motto "ihr dürft das nur da und da kaufen, mit unserer zustimmung (und unserem sonoren beratungston im ohr)".
ich glaube ehrlich gesagt, das ist heute nicht mehr drin. die leute holen sich infos, von woher sie wollen, und tauschen sich auch ohne betreuung aus - das haben sie jahrelang ohne internet so gemacht, warum sollte das heutzutage anders sein? der ausweg ist, auch da stimmen wir überein - durch mehrwerte, die am besten durch die hersteller selbst angeboten werden. aber wo ich die sachen dann kaufe - also ich glaube das sollte man den kunden überlassen (dürfen).
v.a. deinem letzten punkt widerspreche ich überhaupt nicht. man muss vorher ansetzen: beim forecast und beim vetrieb an sich. dass produkte auf ebay erhältlich sind und "leaken", uU verramscht werden wenn man sich verplant hat und dann zu viele produkte auf den markt bringt, kriegt man mit einer klage und einem verbot nicht in den griff (sind ja meistens keine neuen produkte) - v.a. auch deshalb, weil man die falschen trifft: dieses verbot behandelt die kunden wie kinder, nach dem motto "ihr dürft das nur da und da kaufen, mit unserer zustimmung (und unserem sonoren beratungston im ohr)".
ich glaube ehrlich gesagt, das ist heute nicht mehr drin. die leute holen sich infos, von woher sie wollen, und tauschen sich auch ohne betreuung aus - das haben sie jahrelang ohne internet so gemacht, warum sollte das heutzutage anders sein? der ausweg ist, auch da stimmen wir überein - durch mehrwerte, die am besten durch die hersteller selbst angeboten werden. aber wo ich die sachen dann kaufe - also ich glaube das sollte man den kunden überlassen (dürfen).
lvgwinner (Gast) - 31. Mrz, 15:08
Wo ein Produkt erhältlich ist, liegt in der Hand des Herstellers
Gerade Deinem letzten Punkt würde ich widersprechen: Wo ein Produkt erhältlich ist entscheidet der Hersteller – nicht der Kunde. Es sei denn der Hersteller möchte das dem Kunden überlassen. Sollte dem Hersteller dieses Recht genommen werden, hätte das fatale Auswirkungen.
Die Kontrolle der Verkaufspunkte ist für bestimmte Produkte und/oder Marken wesentlicher Bestandteil des Marketings. Und für diesen Zweck auch alles andere als wirkungslos.
Beispiele:
Becks Gold wurde zunächst in Clubs und Diskotheken eingeführt, kam dann in immer mehr Kneipen und erst am Ende in den Getränkehandel. Mit dieser Strategie wurde Becks Gold gezielt erst als seltenes Szenegetränk etabliert und damit zum Gesprächsstoff. Letztlich hatte das wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Markteinführung.
Viele Markenprodukte gibt es nicht bei Aldi. Obwohl viele Kunden sich das sicher wünschen würden. Aber die Hersteller liefern ihre Produkte ganz bewusst nicht an den Discounter um sich ihre Preise und ihr Image nicht zu zerstören.
Puma vermarktet ganze Produktkategorien nur in urbanen Szeneläden. Auch das nur um die Marke und diese speziellen Produkte "hip" zu halten.
Ergo:
Markenhersteller müssen verdammt aufpassen. Wenn Sie nicht mehr kontrollieren können auf welchen Marktplätzen ihre Waren über den Tisch gehen geben Sie ein mächtiges Marketinginstrument aus der Hand.
Die Kontrolle der Verkaufspunkte ist für bestimmte Produkte und/oder Marken wesentlicher Bestandteil des Marketings. Und für diesen Zweck auch alles andere als wirkungslos.
Beispiele:
Becks Gold wurde zunächst in Clubs und Diskotheken eingeführt, kam dann in immer mehr Kneipen und erst am Ende in den Getränkehandel. Mit dieser Strategie wurde Becks Gold gezielt erst als seltenes Szenegetränk etabliert und damit zum Gesprächsstoff. Letztlich hatte das wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Markteinführung.
Viele Markenprodukte gibt es nicht bei Aldi. Obwohl viele Kunden sich das sicher wünschen würden. Aber die Hersteller liefern ihre Produkte ganz bewusst nicht an den Discounter um sich ihre Preise und ihr Image nicht zu zerstören.
Puma vermarktet ganze Produktkategorien nur in urbanen Szeneläden. Auch das nur um die Marke und diese speziellen Produkte "hip" zu halten.
Ergo:
Markenhersteller müssen verdammt aufpassen. Wenn Sie nicht mehr kontrollieren können auf welchen Marktplätzen ihre Waren über den Tisch gehen geben Sie ein mächtiges Marketinginstrument aus der Hand.
ami - 31. Mrz, 17:48
ja, ich kenn die beispiele. aber mein punkt ist: das muss kein widerspruch sein. puma gibts auch bei ebay, aber eben nicht die raren teile in massen vom powerseller, und meist auch nicht zum ramschpreis.
worauf ich hinaus will: wenn ich als markenartikler dafür sorgen will, dass manche artikel nicht auf ebay landen, verklage ich doch nicht ebay? ich schau mir nochmal die "P"s an, und überlege mir bei "product" im vorfeld wie viele artikel ich produziere und beim "place" wo & wie ich die sachen an den handel veräußere ...
wenn ich allerdings ebay verklage, ballere ich mit schrot in der gegend rum und treffe u.a. -- den kunden.
ich hoffe, du verstehst meinen punkt .. den rest seh ich ähnlich, eins meiner lieblingsbücher ist immer noch "marken im bermuda dreieck" ;)
worauf ich hinaus will: wenn ich als markenartikler dafür sorgen will, dass manche artikel nicht auf ebay landen, verklage ich doch nicht ebay? ich schau mir nochmal die "P"s an, und überlege mir bei "product" im vorfeld wie viele artikel ich produziere und beim "place" wo & wie ich die sachen an den handel veräußere ...
wenn ich allerdings ebay verklage, ballere ich mit schrot in der gegend rum und treffe u.a. -- den kunden.
ich hoffe, du verstehst meinen punkt .. den rest seh ich ähnlich, eins meiner lieblingsbücher ist immer noch "marken im bermuda dreieck" ;)
Lampen Peter (Gast) - 7. Apr, 13:40
...
Sehr schöne Aussage: "weil es zeigt, dass die Gerichte und viele Unternehmen das Internet immer noch nicht verstanden haben."
Ganz genau so denke ich auch immer öfters. In letzter Zeit häufen sich leider Gerichtsurteile, die irgendwie mit dem Internet zu tun haben, die schon fast zum Himmel schreien. Man erinnere sich nur mal daran zurück, als damals der Provider AOL bestimmte Internetseiten sperren musste...
Ganz genau so denke ich auch immer öfters. In letzter Zeit häufen sich leider Gerichtsurteile, die irgendwie mit dem Internet zu tun haben, die schon fast zum Himmel schreien. Man erinnere sich nur mal daran zurück, als damals der Provider AOL bestimmte Internetseiten sperren musste...















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