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Mittwoch, 30. April 2008

Was will Tchibo Ideas?

Da darüber schon woanders zur Genüge gebloggt wurde, ob Tchibo Ideas nun ein "yafsn" ist oder ein toller Entwurf von Dialog im Netz, erstmal quasi eine Notiz an mich selbst:
Das war nicht das erste, und auch nicht das letzte Mal, dass Pakete von A nach B rumgeschickt werden. Und dann wird es immer ein paar Leute geben, die darüber bloggen, je nachdem wie "ominös" oder sinnvoll das Geschenk ist - das ist doch nicht überraschend, sondern eher naheliegend weil das äh, ziemlich "traditionelles" Marketing ist - oder?
Für mich ist eher die Frage, ob es sich lohnt sowas zu machen, also wie man generell als Unternehmen einen Hebel findet, das als x-ter der das macht, irgendwie noch interessant gestaltet, nach welchem Prinzip die Blogger ausgesucht wurden, welche Erwartungen man hatte in Richtung dafür von Don A. in der Luft zerfetzt zu werden.
Daher finde fände ich den Fall Tchibo interessant, wenn man eine "Benchmark" anlegt, also ob die Aktion als Erfolg oder Mißerfolg verkauft wird und was die Verantwortlichen als Ziele hatten.
Leider gibts dazu nichts, nirgends, oder? Nicht mal ein Blog. Daher finde ich das ganze etwas mau und auf halbem Weg versemmelt.
Das ist auch das, was mir generell zu Tchibo Ideas einfällt: die Idee an sich ist nicht schlecht, und auch ich war überrascht, dass ausgerechnet Tchibo eine solche Plattform aufmacht - aber es sieht bislang zu sehr nach "Kampagne" aus, und davor kann man nur warnen.
Cornelius (Gast) - 30. Apr, 17:10

Geld schießt keine Tore

An sich ist es ein sehr befremdlicher Vorstoß, wenn ein Kaffeeröster und Einzelhändler die Spardose öffnet und mit nicht zu unterschätzendem Aufwand und Etat, versucht seinen Platz im Web2.0 zu erkämpfen. Dazu mit einer wenig neuen Idee, nur wesentlich größerer Schlagkraft.
Die Originale (Bonspin, BrainR etc.) konzentrieren sich auf ihre Idee und versuchen es als Standalone-Produkt zu etablieren. Tchibo-Ideas sieht mir zu sehr nach Beraterprojekt aus. "Wir müssen ins Web, Usergenerated Content ist der heiße Scheiss". Dann werden gutbezahlte Externe beauftragt, ne "virale Kampagne" übers Knie gebrochen und und und
Am Schluss liest man die Regeln und AGB und sieht, dass Tchibo sich einfach nur Marktforschung und Produktentwicklung sparen will und die Konsumenten dafür einspannt, im Glücksfall bekommt der Ideenlieferant sogar eine Umsatzbeteiligung für seine Idee...

Ich hoffe sehr auf die Fussballweisheit: Geld schießt keine Tore.

ami - 2. Mai, 10:06

sehe ich ähnlich, aber sieh es von der positiven seite - dadurch werden portale wie bonspin erst etwas breiter bekannt (kannte ich vorher z.b. noch nicht).
BigWhoop (Gast) - 1. Mai, 11:28

tchibo's shitty ideas

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wer als professioneller designer bei "tchibo-ideas" teilnimmt ist SELBER SCHULD. man muß sich nur die "registrierungsbedingungen" durchlesen, mit den "eventuellen" preisen vergleichen und kommt dann vielleicht auch zum schluss, dass es tchibo weder gut noch fair meint.

diese plattform ist nur ideenlutscherei, von denen allein der entwurf ohne lizensgebühren schon ein vielfaches dessen wert ist was man gewinnen kann. ob du nun gewinnst oder nicht ist egal. die rechte an deinem entwurf (inklusive produktion) sind dann weg und eine beteiligung von vornherein ausgeschlossen, denn nach den bedingungen von tchibo heißt es:

"Eine wie auch immer geartete Vergütung für die Einräumung der beschriebenen Nutzungsrechte und die Verwendung der von dir eingestellten Inhalte durch Tchibo, insbesondere nach § 32 ff. UrhG, ist ausgeschlossen."

besonders ärgerlich ist die tatsache, dass sich der aufruf auch gezielt an designer richtet und eben nicht allein an fanboys von tchibo. ich kann mir auch nicht vorstellen, dass "Sir Terence Conran" unter solchen bedingungen auch nur einen federstrich zu blatt bringen würde. aber vermutlich ist das auch genau der grund warum es solche "wettbewerbe" überhaupt gibt. professionelle gestaltung ist nunmal teuer.

beste grüße
BigWhoop

Wie immer halt...

Inzwischen ist es doch schon normal geworden, dass sich viele Namenhafte Firmen Grafiken, Layouts, Ideen, usw. in irgendwelchen Contest´s anfertigen oder darlegen lassen und der Gewinner nur Ruhiggestellt wird...

alias (Gast) - 13. Aug, 23:11

Vorzeitige Sieger der Finalrunde bei Tchibo....wie geht das denn???????

PHP Hamster (Gast) - 31. Aug, 22:40

Tja, nichts..

ist unmöglich. Wahrscheinlich klaut Tchibo jetzt von Toyota ;)
frau gedankenvoll - 30. Okt, 12:11

Wie Recht ihr alle habt. Es ist nen Armutszeugnis, wenn gerade große Firmen wie Tchibo an der Produktentwicklung und am Design sparen. Die haben das Geld! Und alle die da mit machen lassen sich nicht nur ausbeuten, sondern zerstören auch Arbeitsplätze. Alle Designer wissen wie schwer es ist einen festen, guten Job zu bekommen. Am Designer wird zuerst gespart. Leider gibt es zuviele Leute die meinen, die könnten das auch. Nur schonmal nachgedacht, dass so ein Designstudium über Jahre geht und nicht mal Jeder zugelassen wird. Gestaltung wird auch viel unterbewusst wahrgenommen.
Ich jedenfalls werde mir in Zukunft überlegen, ob ich bei Tchibo etwas kaufe. Jeder von uns trägt eine soziale Verantwortung. Wer Arbeitsplätze zerstört, Billigpraktikas absolviert, 1-Eurojobs annimmt und aus Verzweiflung oder dieses als Chance sieht, bei einem Tchibo-günstig-Ideen-abgreif-Wettbewerb mitzumachen, zerstört nicht nur den Designermarktwert sondern schadet auch der Gesellschaft- letztendlich auch sich selbst.

ein Maschinenbauingenieur (Gast) - 23. Nov, 06:16

"So nicht"...

Das denke ich häufig, wenn ich am Schaufenster des Kaffeerösters vorbeischlendere, mich im Supermarkt an den Frauen vorbeischlängeln muss, die die strategisch den Ausgang blockierenden Tchibo Regale belagern oder die eigene Freundin von etwaigen Käufen abhalten muss. Das Marketing funktioniert demzufolge bestens.

Hingegen sind die allermeisten Produkte nach eigener Beobachtung (nein, nicht selbst gekauft) trendig gestaltoptimierte Fehlkonstruktionen, die aber bei vielen Personen (welche Personengruppe das ist, erwähnte ich am Rande) einen Kaufmich-Reflex bzw. Schnäppchentrieb auslösen.
Schon beim ersten Gebrauch zeigen sich dann die Schwachstellen in der Funktion. Das bezieht sich nicht nur auf die elektrischen Geräte (oh Graus), sondern auch auf eigentlich total Simples, bleiben wir doch einfach beim Kaffee: So bekam ich auf Besuch einen Zucker/Süßstoffspender in die Hand, dessen Zuckerfüllmenge für die Süßung von ca. 1,5 Tassen Kaffee ausreichte. Das ist gelinde gesagt Schwachsinn.
Und zwar von der selben "multifunktionalen" Sorte, die man neben wenigen guten Ideen auf Tchibo Ideas als 3D-Modelle (von Azubis oder Studenten?!) zu sehen bekommt.
Da wünsche ich mir wirklich, dass einerseits gute Leute nicht aus einer Hoffnung oder Not heraus (Gewinn, vielleicht Job?) ihr Talent verschwenden und damit wie bereits angesprochen (1€-Job) den Arbeitsmarkt beschädigen. (Ich bin zwar nicht vom Design-Fach, hatte aber immer den Eindruck, das Gebiet ist überlaufen/umkämpft). Andererseits sollten Nachwuchskräfte/Auszubildende/Studenten diesen Humbug nicht für voll nehmen und denken, mit solchen "Produktentwicklungen" könne man irgendwo punkten.
Und zuletzt wäre es wünschenswert, wenn die Menschen generell mehr über ihr Konsumverhalten reflektieren würden, damit Firmen wie Tchibo nicht so viel Geld für soviel Marketing und Qualitätsvermeidung in den Hals geworfen wird.
Sorry für den Rant. Ich habe fertig.

Jacob (Gast) - 15. Mai, 16:12

Crowdsourcing-Plattformen schießen ja wie Pilze aus dem Boden. Im Design-Bereich hat sich z.B. www.designenlassen.de mittlerweile ziemlich etabliert. Die ersten größeren Firmen haben dort jetzt auch schon Aufträge vergeben. Ob sich ein Branchenfremder wie Tchibo auf diesem Gebiet durchsetzen kann, wage ich jedoch zu bezweifeln.

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