Montag, 11. April 2005

Spreadshirts & Lovemarks


Was ist Spreadshirt? So was ähnliches wie ein Blog. Eigentlich. Registrieren, Layout ändern und Sachen hochladen. Umsonst, einfach und bequem. Die hochgeladenen Designs können auf verschiedenen Produkten platziert werden, welche dann im online Shop mit der invdividuell einstellbaren Gewinnmarge vertickt werden.
(Der COMPANICE-Shop) Bei Bestellung wird das Produkt on-demand bedruckt und versandt. Dabei werden Bezahlung, Lieferung und Retouren komplett von Spreadshirt abgewickelt.

Wer die Retouren nicht im Griff hat, wird nicht lange Versandhandel betreiben. (nach Werner Otto, der mit Schuhen angefangen hat, wo 50 Prozent keine Seltenheit sind)

Neben Spreadshirt gibt es in Deutschland noch eQuisto, epresso und shirtcity, die ähnliche Dienstleistungen anbieten, sowie einzelne Spezialanbieter wie posterXXL, Stickma oder 3dsupply.

Der Erfolg von Spreadshirt liegt einerseits in der einfachen Bedienung und dann natürlich in der risikofreien Profitmöglichkeit für den Anwender: Ein Spreadshirt Shop ist in wenigen Minuten erstellt, Merchandising-Produkte, Gewinnmarge und Designs bestimmt der Anwender selbst -- ohne dass er auch nur ein T-Shirt verkaufen oder abnehmen muss.

Laut Spreadshirt sind etwa die Hälfte der 50.000 Shops regelmäßig aktiv, im Schnitt werden zwei Produkte geordert. Dass Spreadshirt so schnell gewachsen ist, verdankt man auch dem schnellen Versand und der Qualität:
Etwa 80 % der bestellten Artikel sind binnen 24h versandfertig. Der Rest spätestens nach 48h. (Konrad Marx, Spreadshirt GmbH)

Neben Bedienungsfreundlichkeit und Kundenservice führt die Ansprache der Shopbetreiber, etwa in den leicht abgedrehten Newslettern dazu, dass die Erwartungen bislang übertroffen wurden. Und dazu, dass Spreadshirt derzeit auch ins europäische Ausland und die USA exportiert wird.

Durch die Aufteilung in die fünf Bereiche Spreadshirt und Spreadshops (Plattform für Shopbetreiber), Shirt Designer und Trikotservice (für Endkunden) und Deutsche Druckservice (B2B) wird mittlerweile eine breite Zielgruppe bedient.

Einzige Schwachstelle: Das Sortiment bietet derzeit noch zu wenig Differenzierung. Es ist zu eng an das der anderen Merchandising Plattformen angelehnt und derzeit noch stark auf Textilien fixiert. Für einen persönlichen Aufkleber bezahlt man bereits im Basispreis mindestens 5 Euro. Aber auch hier sind Tendenzen zur Erweiterung zu bemerken. Erweiterung unter Mitwirkung der Spreadshirt-Shopbetreiber. So wird bei Produkteinführungen im erwähnten Newsletter schon mal eine Umfrage gestartet und das Siegerprodukt (Buttons) innerhalb kürzester Zeit angeboten. spreadshirt abstimmung

Der Spreadshipstore? Man wird auch noch auskämpfen müssen, wie Spreadshirt weiteres Wachstum verdaut und wie bei zunehmendem Umsatz die Retouren gemanagt werden. Zwar gibt Spreadshirt als Reklamationsquote niedrige 2% aus, doch anders als z.B. bei Amazon oder dem klassischen Versandhandel sind reklamierte Produkte durch ihre individualisierte Bedruckung kaum wieder verkaufsfähig.

Es ist nur eine Frage der Zeit und des Erfolgs, bis auch die zurückgeschickte Ware einen eigenen Lagerraum füllt. Für Spreadshirt könnte sich daher, mehr als bei den klassischen Portalen, durchaus eine echte Multi-Channel-Strategie bezahlt machen. Warten wir also auf den Spreadshirt Flagshipstore und betreiben emsige Logo- und Motivpflege für den eigenen gut sortierten Spreadshop ...

Was ist denn nun mit der "Lovemark"? Spreadshirt hat durchaus das Potential dazu: Das Angebot stimmt, Style und Service stimmen, die Kunden beschäftigen sich mit ihren Spreadshops -- und Spreadshirt etabliert sich zusehend auch international. Um weiter zu wachsen, benötigt das Unternehmen die entsprechende Reichweite, ohne den Service und die eigene Marke zu vernachlässigen: Spreadshirt muss nicht nur an der direkten Konkurrenz vorbei, sondern auch an den traditionellen Merchandising- und Werbeartikel-
versendern (die sich zunehmend auch aufrappeln, ihre Dienstleistung und die notwendige Infrastruktur aufzufrischen). Um die Kunden langfristig zu binden, muss das Sortiment sinnvoll erweitert werden. Desweiteren sind Maßnahmen notwendig, die den Kunden stärker einbinden. Laut Lukasz Gadowski, Spreadshirt Geschäftsführer, sind im Sommer noch einige Aktivitäten geplant.

Und um eine echte Lovemark zu werden, sollte vor allem die Strategie zu Ende gedacht werden, wie man die einzelnen Shops noch besser untereinander verzahnt (vielleicht sogar mit Folksonomies?). Denn Involvement und der Kontakt in der Community sind Grundvorraussetzungen für die Bildung einer starken Marke und einer echten "Lovemark". Spreadshirt bedient die User zwar durch schräge Newsletter, beschränkt sich ansonsten aber überwiegend auf Mund-zu-Mund Propaganda. So verbreitet sich Spreadshirt über Kooperationen oder starke Shops: Neben dem Alltime-Favourite Shop von Fettes Brot wird gerade der neue Film von Till Schweiger (Barfuß) mit einem Spreadshop gefeatured. Ein Indiz für eine wachsende Community ist zudem das frisch gegründete (inoffizielle) Forum Spreadbrett.

Für die Shop-Betreiber wird Spreadshirt schnell zur "Lovemark", dank der reibungslosen Abwicklung. Die Endkunden haben jedoch meist ein anderes Kauferlebnis: Während sie die Ware in Wirklichkeit von Spreadshirt beziehen, ist der Shop-Betreiber die "gefühlte Marke". Spreadshirt legt den Shirts als Absender noch einen Pflegehinweis bei, der einerseits sinnvoll ist und andererseits zur weiteren Verbreitung beitragen dürfte. Denn wer hat nicht gerne einen eigenen Shop mit eigenen Motiven?

Eine "Lovemark" muss aber nicht in den Köpfen aller Kunden entstehen, solange sie eine bestimmte Gruppe begeistert. Denn dies zeichnet ja eine echte Lovemark aus. Im Falle Spreadshirt ist diese Gruppe gleichzeitig die mit dem höchsten Kommunikationsanreiz: die Shop-Betreiber. Denn diese wollen ihre Produkte an den Mann bringen und werden sie daher bewerben.

Wir sind gespannt: Wie lässt sich Micro-Merchandising in Zukunft weiter ausbauen und noch besser nutzen? Hat Spreadshirt das Potenzial, zum Beispiel durch einen Shop oder ein Motiv (wie Trikots, Stadtjacken, Geburtsjahre) richtig groß rauszukommen?

Trackback URL:
http://companice.twoday.net/stories/620611/modTrackback

COMPANICE

Der Turbo für Ihr (Bullshit) Marketing

Suche

 

Aktuelle Beiträger

Monopol Kabel Deutschland
Die Monopolisierung des deutschen Kabelnetzes erinnert...
Chris (anonym) - 16. Jun, 19:38
keine sorge - geht definitiv...
keine sorge - geht definitiv weiter. allerdings fehlt...
ami - 31. Mai, 15:00
Hi der letzte Beitrag...
Hi der letzte Beitrag ist schon ein Stück her...
Bernd's Rollos (anonym) - 30. Mai, 09:14
Wie immer halt...
Inzwischen ist es doch schon normal geworden, dass...
Peter@ Biertischgarnituren (anonym) - 29. Mai, 10:09
sehe ich ähnlich,...
sehe ich ähnlich, aber sieh es von der positiven...
ami - 2. Mai, 10:06

Hey, Du da!

Du bist nicht angemeldet.

1:1 Vollkontakt

companice @ gmail.com

Einschreiben in die COMPANICE Gemeinde
Einschreiben via Bloglines

Besser Anziehen

Stuff that matters


Paul Gillin
The new Influencers


Henry Jenkins
Convergence Culture


Eric Schmidt and Hal Varian
Google: Ten Golden Rules


John Hagel, Arthur Armstrong
Net Gain


Best stuff ever produced by humans
Kevin Kelly im Hollywood Reporter Special


Eric von Hippel
Democratizing Innovation



Robert D. Hof
The power uf us


Manfred Schmidt
Marken im Bermuda-Dreieck


Alex Wipperfürth
Brand Hijack