KW 31: Wiedereinstand mit Back from the French
Es geht doch nichts über ein waschechtes Zwei-Wochen Sabbatical mit totaler Massen-Kommunikations-Verweigerung.
Man merkt erst im Nachgang, wie sehr man sich dabei erholt hat. Man schöpft Kraft für einen langen Eintrag und erhält neue Geduld für den innerdeutschen Alltag.
USP: Mittagspause verschieben?
Hätte ich zum Beispiel vor meinem Urlaub erlebt, was mir vorhin im hiesigen miniMAL widerfuhr, ich hätte anders -- und wahrscheinlich nicht mit einem wissenden Grinsen der Marke "Jaja, so ist es halt mit der deutschen Servicekultur" reagiert. Denn nach einem kurzen Ausflug zum Innenstadt-nahen Supermarkt habe ich von der "Vielen Dank für Ihren Hinweis! Wir eröffnen in Kürze eine neue Kasse!"-Klingel Gebrauch gemacht. Nachdem sich trotzdem nichts tat und die Schlange vor der Kasse weiter munter vor sich hin gärte, machte schliesslich ein Herr beim Kassierer in typisch schwäbisch brabbelnder Art seinem Unmut Luft. Dass es eine Unverschämtheit sei, nur eine Kasse um halb eins und so weiter. Woraufhin der Kassier locker entgegnete "Tja, es ist halt Mittag. Da haben meine Kollegen Pause."
Für alle Supermärkte dieses Landes, die in Innenstadt- oder Büro-Nähe liegen, hier der ultimative USP: Machen Sie und Ihre Kollegen einfach versetzt Mittagspause! Die Kunden werden Ihnen die Bude einrennen, und dankbarer sein als für jede noch so schwungvoll automatisch einladende Eingangstür!
coBRANDIT: Open Source Marketing wird kommerziell oder so
Bei Adfreak (und beim neuen Marketingblogger auch, wie ich grade sehe;) wird diskutiert: coBRANDIT bietet Fifty Dollars for your customer created Ad. Sicher, je länger es die Spatzen vom Dach pfeifen, desto eher werden irgendwann auch semi-pfiffige Geschäftsleute auf die Methode aufmerksam und machen damit bestimmt gute Deals. Das bringt Schwung in die Angelegenheit. Und hilft der Sache an sich. Meint zum Beispiel Owen von coBRANDIT, wenn er beteuert, man würde mit diesem Angebot vor allem die "vielen tollen Beispiele in ein legales Umfeld" holen wollen. Andererseits hilft es vielleicht auch, "schwarze Schafe des OSM" ausfindig zu machen: Firmen, die allzusehr auf coBRANDIT und kostenschonendes Marketing durch ihre Kunden setzen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Und sollte es tatsächlich soweit kommen, können wir ja einfach einen entsprechenden "Customer-Ausnutzer-Award" ins Leben rufen -- ganz in OSM Manier ...
Jakob says: Don´t copy Amazon no no more
Ob es nun ein gutes Zeichen ist (für Amazon) oder ein schlechtes Zeichen (für Amazon -- und z.B. für geplagte Webkonzepter), darf sich jeder selbst fragen: Jakob Nielsen empfiehlt, Amazon nicht (länger) zu kopieren.
Many design elements work for Amazon.com mainly because of its status as the world's largest and most established e-commerce site. Normal sites should not copy Amazon's design. PS hierzu: Man sollte den Artikel trotzdem ganz lesen. Denn viele Shops können vom Abschnitt "Whats still good about Amazon" durchaus noch lernen.
Microsoft goes Open Earth?
Man mag von den Diskussionen rund um den IE7 und das angeblich absichtliche Blocken von Yahoo bzw. Google Toolbars halten was man will. Nachdem ich einen Blick auf Virtual Earth geworfen habe, kann ich nur sagen: Microsoft ist offener als je zuvor. Virtual Earth kommt mit einer API und zwei Blogs und einem Forum. Microsoft tut der Wettbewerb scheinbar gut, auch wenn das Tool nicht so gut ist wie Google Earth. Folgerichtig fragt jedenfalls die neue Ausgabe der Fast Company, wohin Google sich entwickelt: Can Google Stay Google?
Emergence und emergency
Und weil wir grade bei Lesetipps sind, hier noch, wie bereits bei Sixtus erwähnt, der Artikel von Kevin Kelly: We are the Web. Bis auf die spärlichen Prognosen für die Zukunft wirklich sehr umfassend -- alles andere wurde bereits von Siegfried Hirsch treffend analysiert.
In Aufarbeitung, was noch so los war (in der Blog-o-sphäre) und bald los sein wird (wenn Blogs Mainstream sind), sollte man dringend auch diesen Artikel (und die Links!) von Steve Rubel goutieren, und die entsprechende deutsche Version. Und weil sich Björn Ognibeni in seinem Eintrag hierzu fragt, wo Rubel den "5th State" gelassen hat, hier noch ein schöner Artikel über Citizen Media aus dem Observer, verfasst von James Cherkoff.
Man merkt erst im Nachgang, wie sehr man sich dabei erholt hat. Man schöpft Kraft für einen langen Eintrag und erhält neue Geduld für den innerdeutschen Alltag.
USP: Mittagspause verschieben?
Hätte ich zum Beispiel vor meinem Urlaub erlebt, was mir vorhin im hiesigen miniMAL widerfuhr, ich hätte anders -- und wahrscheinlich nicht mit einem wissenden Grinsen der Marke "Jaja, so ist es halt mit der deutschen Servicekultur" reagiert. Denn nach einem kurzen Ausflug zum Innenstadt-nahen Supermarkt habe ich von der "Vielen Dank für Ihren Hinweis! Wir eröffnen in Kürze eine neue Kasse!"-Klingel Gebrauch gemacht. Nachdem sich trotzdem nichts tat und die Schlange vor der Kasse weiter munter vor sich hin gärte, machte schliesslich ein Herr beim Kassierer in typisch schwäbisch brabbelnder Art seinem Unmut Luft. Dass es eine Unverschämtheit sei, nur eine Kasse um halb eins und so weiter. Woraufhin der Kassier locker entgegnete "Tja, es ist halt Mittag. Da haben meine Kollegen Pause."
Für alle Supermärkte dieses Landes, die in Innenstadt- oder Büro-Nähe liegen, hier der ultimative USP: Machen Sie und Ihre Kollegen einfach versetzt Mittagspause! Die Kunden werden Ihnen die Bude einrennen, und dankbarer sein als für jede noch so schwungvoll automatisch einladende Eingangstür!
coBRANDIT: Open Source Marketing wird kommerziell oder so
Bei Adfreak (und beim neuen Marketingblogger auch, wie ich grade sehe;) wird diskutiert: coBRANDIT bietet Fifty Dollars for your customer created Ad. Sicher, je länger es die Spatzen vom Dach pfeifen, desto eher werden irgendwann auch semi-pfiffige Geschäftsleute auf die Methode aufmerksam und machen damit bestimmt gute Deals. Das bringt Schwung in die Angelegenheit. Und hilft der Sache an sich. Meint zum Beispiel Owen von coBRANDIT, wenn er beteuert, man würde mit diesem Angebot vor allem die "vielen tollen Beispiele in ein legales Umfeld" holen wollen. Andererseits hilft es vielleicht auch, "schwarze Schafe des OSM" ausfindig zu machen: Firmen, die allzusehr auf coBRANDIT und kostenschonendes Marketing durch ihre Kunden setzen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Und sollte es tatsächlich soweit kommen, können wir ja einfach einen entsprechenden "Customer-Ausnutzer-Award" ins Leben rufen -- ganz in OSM Manier ...
Jakob says: Don´t copy Amazon no no more
Ob es nun ein gutes Zeichen ist (für Amazon) oder ein schlechtes Zeichen (für Amazon -- und z.B. für geplagte Webkonzepter), darf sich jeder selbst fragen: Jakob Nielsen empfiehlt, Amazon nicht (länger) zu kopieren.
Many design elements work for Amazon.com mainly because of its status as the world's largest and most established e-commerce site. Normal sites should not copy Amazon's design. PS hierzu: Man sollte den Artikel trotzdem ganz lesen. Denn viele Shops können vom Abschnitt "Whats still good about Amazon" durchaus noch lernen.
Microsoft goes Open Earth?
Man mag von den Diskussionen rund um den IE7 und das angeblich absichtliche Blocken von Yahoo bzw. Google Toolbars halten was man will. Nachdem ich einen Blick auf Virtual Earth geworfen habe, kann ich nur sagen: Microsoft ist offener als je zuvor. Virtual Earth kommt mit einer API und zwei Blogs und einem Forum. Microsoft tut der Wettbewerb scheinbar gut, auch wenn das Tool nicht so gut ist wie Google Earth. Folgerichtig fragt jedenfalls die neue Ausgabe der Fast Company, wohin Google sich entwickelt: Can Google Stay Google?
Emergence und emergency
Und weil wir grade bei Lesetipps sind, hier noch, wie bereits bei Sixtus erwähnt, der Artikel von Kevin Kelly: We are the Web. Bis auf die spärlichen Prognosen für die Zukunft wirklich sehr umfassend -- alles andere wurde bereits von Siegfried Hirsch treffend analysiert.
In Aufarbeitung, was noch so los war (in der Blog-o-sphäre) und bald los sein wird (wenn Blogs Mainstream sind), sollte man dringend auch diesen Artikel (und die Links!) von Steve Rubel goutieren, und die entsprechende deutsche Version. Und weil sich Björn Ognibeni in seinem Eintrag hierzu fragt, wo Rubel den "5th State" gelassen hat, hier noch ein schöner Artikel über Citizen Media aus dem Observer, verfasst von James Cherkoff.
ami - 2. Aug, 13:46 - wochenschau
4 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
lvgwinner (anonym) - 4. Aug, 16:46
Zu: Don't copy Amazon
Die Aussage ist ja ziemlich verkürzt. Für eCommerce-Sites gilt doch Im Grunde immernoch Steve Krug's (www.sensible.com) Leitsatz "Dont make me think!" … ergo kopiere gelernte Systeme…und somit auch: kopiere Amazon. Oder?
ami - 4. Aug, 17:04
joa, daher schrob ich ja auch "viele shops können durchaus noch was lernen" -- und im übrigen teile ich auch die meinung von onkel jakob nicht zu 100% -- weil ich der meinung bin, dass z.b. ein wesentlich größerer teil der nutzer bereits weiss, was er kaufen will wenn er auf eine shopseite kommt. daher *kann* die "spärliche navigation" von amazon durchaus auch auf anderen seiten funktionieren (wenn die z.b. auch ein paar mio.s für eine 1st class suche ausgegeben haben). --> womit ich allerdings auch nicht sagen möchte, dass mir die navigation von amazon logisch und übersichtlich erscheint ;)
danke für den link .. das buch von steve krug hab ich leider nicht gelesen, aber wenn er derjenige war, der den home button links oben eingeführt hat, guter mann ;)
danke für den link .. das buch von steve krug hab ich leider nicht gelesen, aber wenn er derjenige war, der den home button links oben eingeführt hat, guter mann ;)
lvgwinner (anonym) - 8. Aug, 14:26
Das Buch solltest du lesen! Eines der wenigen Bücher über Webdesign die zeitlos und kurzweilig zugleich sind. ;-)















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