Internet-Kultur: Wozu eigentlich eine Businesswebsite?
Vorab: Hiermit fordere ich, das Thema Websitekultur in sämtliche KuWi- bzw. Wirtschaftsgeschichtlichen Studiengänge aufzunehmen! Falls es bereits ein Seminar über dieses Thema an einer einzigen deutschen Uni oder Fachhochschule gibt, bitte ich um Hinweise. Ich zahle in T-Shirts (rot, "Kann ich helfen?"-Frontaufdruck, Größe L oder XXL)!
Ping - Pong.
Noch vor fünf Jahren war man ein NICHTS, wenn man auf seiner GbR i. Gr. -Webseite innerhalb der "Triumviratsrubrik" Philosophie / Leistungen / Referenzen keine globalen Ansprüche stellte, nicht mindestens eine handvoll selektierter Weltmarken auflistete oder andere Dienste anbot als solche, für die erst in 7-8 Jahren ein sinnvoller Nutzen und/oder ein Geschäftsmodell erkennbar werden würde. Heute sieht die Welt natürlich anders aus: Impressum mit Anbieterkennzeichnung ist gesetzlich Pflicht, der Homebutton befindet sich oben links, AGBs und Haftungsauschlüsse in der Metanavigation. Verlinkt man ausser Landes oder schreibt böses, wird man abgemahnt. Per E-Mail darf man mittlerweile jedoch auch ehrfürchtigst einen Welt-Konzern ansprechen und ggf. duzen. Manchmal wäre ich gerne solch eine E-Mail-Anfrage, abgeschickt von einem unschuldigen Kontaktformular, einfach nur um mal Mäuschen zu spielen, leise zu beobachten, wie sie von den einzelnen CRM-Abteilungen anhand von Filtern und Inhalten durchgepingt wird, bis schliesslich der zuständige Sachbearbeiter seine Standardantwort für Frage XY zückt und mir gekonnt ausweicht.
Foppen is nich (mehr). Aber verzichten.
Leider kann man nicht alle Beispiele erfolgreicher Businesswebsites im Archive.org verfolgen, weil es für Konzerne natürlich ein unkalkulierbares Risiko wäre, ihre Website von außen kontinuierlich speichern zu lassen -- aber ein Blick auf die Geschichte von Business-Sites, zum Beispiel einer ehemaligen Firma oder der verbliebener Startups, lohnt sich. Und eines lässt sich sagen: Einen auf dicke Hose machen, andere foppen im Internet, mit funky Flash und knackichen Texten, ist nicht mehr *ganz* so einfach wie früher. Dafür ist es als Unternehmen um so leichter, in Zukunft auf eine Website wieder vollständig zu verzichten.
Coke.com - The requested URL could not be retrieved.
Warum eigentlich nicht? Eine Reihe von Tools eignen sich wunderbar, um sich in der modernen Kommunikation erfolgreich durchzuschnorren. Sich rar machen und exklusiv geben ist ja sowieso die Killer-App modernen Marketings. Wir warten noch auf die ersten Unternehmen, die das gnadenlos ausnutzen, das Innovations- und auch das Kostensenkungspotenzial dieses Ansatzes erkennen. In der Zwischenzeit hier schonmal ein Beispiel für Leute mit Phantasie.
Wir schnorren uns durch.
Der virtuelle Auftritt einer realen Firma ohne Website. Und das geht so:
* Service, Kundenbindung und Firmenphilosophie: findet man auf nem Blog (z.B. twoday.net, kann natürlich auch woanders sein)
* Shop: ein guter Mix aus Spreadshop, zShop, eBay Powerselling
* Billing: via PayPal (PS: die verschenken grad 100.000!!)
* Terminverwaltung: via Upcoming.org, und ggf. auch Plazes
* Unser Fileserver: Yousendit und BitTorrent
* Unterhaltungsprogramm: Zuständig sind 43Things und Last.fm
* Anfahrt: via Google Earth (naja, map24 geht auch)
* Sie erreichen uns: über Skype, Hotmail oder im IRC
* Team und zufriedene Kunden: openBC
* Unsere Referenzen: del.icio.us
* Mitarbeiter des Monats, Produktvorstellung: Flickr (s. auch flickrtising) vimeo und YouTube
* Und das alles zusammengefisselt über ein Wiki, Intranet: Jotspot
* (Liste wird laufend erweitert)
Auftritt=100%
Kosten=0Cent
Fazit: Überall bieten sich Nischen und Möglichkeiten für eine vernetzte Selbstdarstellung, kann man Spuren zum eigenen Unternehmen legen und erreicht u.U. mehr Traffix (sprich: Wunschpublikum) als mit einer noch so gut gemachten Website, die man häufig auch noch teuer bewerben und SE-optimizen muss.
Eigenschaften: Stets modernste Technologie, schlanke Prozesse. Viel Spielraum. Leichte Bedienung. Hohe Effizienz.
Effekt: Entwicklungspotenzial und Flexibilität höher als mit so mancher Unternehmenswebsite mit eingerostetem CMS (ehemals teuer lizenziert, jahrelang aufgesetzt).
Empfehlung: Machen.
Ping - Pong.
Noch vor fünf Jahren war man ein NICHTS, wenn man auf seiner GbR i. Gr. -Webseite innerhalb der "Triumviratsrubrik" Philosophie / Leistungen / Referenzen keine globalen Ansprüche stellte, nicht mindestens eine handvoll selektierter Weltmarken auflistete oder andere Dienste anbot als solche, für die erst in 7-8 Jahren ein sinnvoller Nutzen und/oder ein Geschäftsmodell erkennbar werden würde. Heute sieht die Welt natürlich anders aus: Impressum mit Anbieterkennzeichnung ist gesetzlich Pflicht, der Homebutton befindet sich oben links, AGBs und Haftungsauschlüsse in der Metanavigation. Verlinkt man ausser Landes oder schreibt böses, wird man abgemahnt. Per E-Mail darf man mittlerweile jedoch auch ehrfürchtigst einen Welt-Konzern ansprechen und ggf. duzen. Manchmal wäre ich gerne solch eine E-Mail-Anfrage, abgeschickt von einem unschuldigen Kontaktformular, einfach nur um mal Mäuschen zu spielen, leise zu beobachten, wie sie von den einzelnen CRM-Abteilungen anhand von Filtern und Inhalten durchgepingt wird, bis schliesslich der zuständige Sachbearbeiter seine Standardantwort für Frage XY zückt und mir gekonnt ausweicht.
Foppen is nich (mehr). Aber verzichten.
Leider kann man nicht alle Beispiele erfolgreicher Businesswebsites im Archive.org verfolgen, weil es für Konzerne natürlich ein unkalkulierbares Risiko wäre, ihre Website von außen kontinuierlich speichern zu lassen -- aber ein Blick auf die Geschichte von Business-Sites, zum Beispiel einer ehemaligen Firma oder der verbliebener Startups, lohnt sich. Und eines lässt sich sagen: Einen auf dicke Hose machen, andere foppen im Internet, mit funky Flash und knackichen Texten, ist nicht mehr *ganz* so einfach wie früher. Dafür ist es als Unternehmen um so leichter, in Zukunft auf eine Website wieder vollständig zu verzichten.
Coke.com - The requested URL could not be retrieved.
Warum eigentlich nicht? Eine Reihe von Tools eignen sich wunderbar, um sich in der modernen Kommunikation erfolgreich durchzuschnorren. Sich rar machen und exklusiv geben ist ja sowieso die Killer-App modernen Marketings. Wir warten noch auf die ersten Unternehmen, die das gnadenlos ausnutzen, das Innovations- und auch das Kostensenkungspotenzial dieses Ansatzes erkennen. In der Zwischenzeit hier schonmal ein Beispiel für Leute mit Phantasie.
Wir schnorren uns durch.
Der virtuelle Auftritt einer realen Firma ohne Website. Und das geht so:
* Service, Kundenbindung und Firmenphilosophie: findet man auf nem Blog (z.B. twoday.net, kann natürlich auch woanders sein)
* Shop: ein guter Mix aus Spreadshop, zShop, eBay Powerselling
* Billing: via PayPal (PS: die verschenken grad 100.000!!)
* Terminverwaltung: via Upcoming.org, und ggf. auch Plazes
* Unser Fileserver: Yousendit und BitTorrent
* Unterhaltungsprogramm: Zuständig sind 43Things und Last.fm
* Anfahrt: via Google Earth (naja, map24 geht auch)
* Sie erreichen uns: über Skype, Hotmail oder im IRC
* Team und zufriedene Kunden: openBC
* Unsere Referenzen: del.icio.us
* Mitarbeiter des Monats, Produktvorstellung: Flickr (s. auch flickrtising) vimeo und YouTube
* Und das alles zusammengefisselt über ein Wiki, Intranet: Jotspot
* (Liste wird laufend erweitert)
Auftritt=100%
Kosten=0Cent
Fazit: Überall bieten sich Nischen und Möglichkeiten für eine vernetzte Selbstdarstellung, kann man Spuren zum eigenen Unternehmen legen und erreicht u.U. mehr Traffix (sprich: Wunschpublikum) als mit einer noch so gut gemachten Website, die man häufig auch noch teuer bewerben und SE-optimizen muss.
Eigenschaften: Stets modernste Technologie, schlanke Prozesse. Viel Spielraum. Leichte Bedienung. Hohe Effizienz.
Effekt: Entwicklungspotenzial und Flexibilität höher als mit so mancher Unternehmenswebsite mit eingerostetem CMS (ehemals teuer lizenziert, jahrelang aufgesetzt).
Empfehlung: Machen.
ami - 5. Aug, 12:25 - Internet-Kultur
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Sebastian (anonym) - 5. Aug, 14:24
Sehr schön
Überhaupt Tags. Alles, was irgendwie mit der Firma zu tun haben könnte mit einem Tag versehen und das Tag zu Marke machen. You're tagged.















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