eigenlob stinkt

Donnerstag, 7. Februar 2008

Aus aktuellem Anlass: Das Open Source Marketing Manifesto

Irgendwo habe ich gelesen, dass es unheimlich nützlich sei, die interessantesten und wichtigsten Artikel eines Blogs in der Sidebar aufzuführen (ich glaube bei Klaus Eck). Davon halte ich nichts, weil ich denke die Leute sollen Lust zum Stöbern mitbringen, unseren RSS Feed abonnieren oder halt die Suche ->
benutzen.
Am Wochenende habe ich allerdings die neue Brand Eins gelesen und denke, dass deshalb einige Besucher (eine kleine Hand voll) über Google auf unsere Übersetzung des "Open Source Marketing Manifesto" gelangt sind (obwohl wir SEO-technisch nur weit hinten platziert sind). Von daher dachte ich, eine kleine Abkürzung und Auffrischung könnte vielleicht hilfreich sein.

Übrigens bin ich zum Mainframe 101 geladen, und werde vielleicht über dieses Thema und unsere Learnings im OLP sprechen. Nur, damit hinterher keine Vorwürfe laut werden, ich würde das nicht rechtzeitig angekündigt haben ..

Freitag, 16. November 2007

OLP1.6 Nachlese

Das Projekt ist (fast) beendet, es folgt die Nachlese. Dieses mal von Adam, auf englisch, und direkt im OLP-Blog.
Da ich nicht ganz so stark involviert war wie beim ersten OLP darf ich Adam und den anderen im Team ehrlich ein großes Lob aussprechen.
Es war anders als das erste (Nachlese hier), Spass hats auch dieses Mal gemacht. Allerdings würde ich nicht mehr unbedingt uneingeschränkt jedem empfehlen, auf diese Weise sein neues Corporate Design crowdzusourcen (teilweise auch aus technischen Gründen, z.B. waren wir von der Skalierbarkeit in der Woche mit 700 Einreichungen doch am Limit und mehr damit beschäftigt Designs freizuschalten, als diese anzugucken, zu bewerten oder einfach mal was eigenes zu bloggen). Am besten selbst die Review durchlesen und eine eigene Meinung bilden (und gerne hier kundtun). Wie es jetzt weiter geht, hab ich auch schon beschrieben - und zwar im offiziellen Teil dieses Freitagvormittags.

Donnerstag, 23. August 2007

OLP1.6: Es geht wieder lo-os!

Achtung, jetzt wirds ein bisschen corporate. Ich will es trotzdem hier posten, weil es bestimmt den ein oder anderen gibt, der das erste OLP mitgekriegt hat, und etwas dazu kommentieren oder sagen will.

olp_slide.jpg

Ungefähr 1.6 Jahre ist es her, dass wir das Open Logo Project beendet haben. In der Zwischenzeit gab es eine Reihe von ähnlichen Wettbewerben, wie z.B. openDESIGN von openBC, erst kürzlich wurde der Mister Wong Logo Wettbewerb eröffnet, gezwungenermaßen, und neben weiteren vergibt aktuell ja auch Berlin eine neue Kommunikationsstrategie und schüttet 70.000 Euro an den Gewinner aus. Natürlich war auch im Oktober 2005, als die Idee zum ersten OLP aufkam, ein Logo bzw. Design-Wettbewerb nichts besonderes. Für uns allerdings schon. Aus mehreren Gründen:

Erstens: Wir haben alle Einträge gleich veröffentlicht und gezeigt (nicht jeder Teilnehmer fand das toll).
Zweitens: Wir haben Wert auf eine "breite Ausschüttung" der Preise gelegt (neben einem Hauptpreis gab es eine Reihe von weiteren Auszeichnungen).
Drittens: Das Logo wurde von den Usern und unserer Community weltweit gewählt (fand auch nicht jeder toll, und ist dieses Mal anders).

Mehr Details dazu in der Nachlese.

Und obwohl wir nach wie vor den Fingerprint sehr gelungen finden, und es eine Reihe anderer Wettbewerbe gibt, werden wir das Logo im OLP1.6 wieder zur Disposition stellen. Logische Frage: Aus Langeweile, aus bloßem Marketinggehabe oder was steckt dahinter?

Als wir im November letzten Jahres über den Relaunch der Website beraten, unsere Mission geändert haben (creative apparel platform), hat das einen weiteren Prozess in Gang gesetzt. Wir haben auch über unsere Marke, und unsere Positionierung gesprochen. Von Februar bis Juni haben wir dann mit Hilfe einer Agentur ein ausführliches Branding Projekt durchgeführt. Das heißt: wir haben Mitarbeiter befragt, rund 10.000 Partner & Kunden weltweit, und ca. 5.000 Leute "von der Straße". Das Ergebnis war wenig überraschend: Eine große Zahl der "Leute von der Straße" kannten weder uns, noch andere vergleichbare Anbieter. Viele wußten überhaupt nicht, dass es solch einen Service wie den unseren gibt. Eine Reihe von Nichtkunden hatte Probleme mit unserem Namen, sehr viele assoziierten unseren Slogan mit Copyshop. Absehbar, aber trotzdem: Not so cool.
Da wir unseren Namen nach fünf Jahren nicht einfach ablegen wollten, war die Folgerung, dass wir mit unserer neuen Positionierung unseren Slogan und auch unser Logo nochmal überdenken müssen, um eine konsistente Marke aufzubauen. Deshalb ein neuer Slogan, nämlich "your own label", und deshalb das OLP1.6.

Wie läuft der Wettbewerb ab?

Vom Prinzip her wird vieles so sein, wie beim ersten Wettbewerb: Es spielt sich wieder hauptsächlich alles im OLP-Blog ab, die Teilnehmer können ihre Vorschläge wieder direkt hochladen und bloggen. Dieses Mal allerdings ohne Voting a la Sternchen oder dergleichen in den Beiträgen, sondern nur durch Wortmeldung bzw. Feedback innerhalb des Kommentarfelds. Neu ist auch, dass wir ein Panel von Experten eingeladen haben, das Wochengewinner kürt und uns bei der Auswahl hilft. Damit haben wir einen Kritikpunkt am ersten OLP (mangelnde Professionalität) geändert. Neben den Hauptpreisen (z.B. einen Drucker, ein Wacom Grafiktablett, ein dickes Macbook) wird auch das Panel eigene Preise vergeben, daher kürt lafraise mit dem Community Award z.B. den aktivsten und hilfreichsten User, der nicht mal zwingend einen Design-Vorschlag eingereicht haben muss. Ich bin gespannt, ob es uns dieses Mal gelingt, auf diese Weise etwas mehr Kollaboration zu fördern. Ab Montag werden wir es sehen. Ich bin gespannt, was bis zum 14. Oktober passiert, ob es cool wird, ob die Teilnehmer Spass haben - und natürlich ob wir ein Logo finden, das zum "Label" und zu unserer neuen Ausrichtung passt. Daumen drücken und mitmischen, if you like.

Samstag, 30. Juni 2007

Was zeigt ihr denn da für Leute?

In eigener Sache:

Dorten ist eine Agentur in Stuttgart. Für die arbeite ich. Wir haben eine Website. Und ein Magazin. So sieht es von außen aus:



In diesem Magazin berichtet eine echte Journalistin über neun Projekte, die wir bei Dorten in den letzten Jahren mit unseren Kunden realisiert haben. Auf 78 Seiten mit schönen großen Bildern werden keine Medien gezeigt. Keine Anzeigen. Keine TV-Spots. Die Ideen werden beschrieben. Wie es dazu kam, wie sie funktionieren und warum. Das sieht dann z.B. so aus:



Dieses Magazin soll erklären wie Dorten arbeitet. Ohne Selbstbeweihräucherung. Ob das überhaupt gelingen kann, wenn eine Agentur etwas für sich selber macht, sei dahingestellt. Dass ich es meinen Schwiegereltern reinen Gewissens zum Lesen zu geben kann, mag ein Anzeichen dafür sein, dass es gelungen ist.



Gestaltet wurde das Magazin von Jörg Bauer und Guido Negenborn (Dorten Bauer).



Und ein Zitat aus dem Editorial zum Schluss:
Darüber hinaus arbeiten die Kreativen dieser Agentur – die eben keine typische Agentur mehr ist – an ganz neuen Medienformaten und an spannenden, kulturellen Projekten. Gefragt oder ungefragt, also für ihre Kunden oder immer öfter auch auf eigenes Risiko, auf eigenen Spaß.

Diese Unabhängigkeit von definierten Medien, von betonierten Fachdisziplinen, von sonstigen Grenzen und manchmal sogar von bezahlten Aufträgen fasst Dorten in zwei Worten zusammen: Independent Ideas.

Wer mag, kann das Magazin unter www.dorten.com kostenfrei bestellen. Auf Deutsch oder auf Englisch.

Genug Werbung, weiter im Text.

Tommi

Donnerstag, 8. Februar 2007

Ich bin Teil eines Kunstwerks

Heute mal ein schamloses "Crossposting" -- wer das also ggf. und unter Umständen schon woanders gelesen haben sollte - toll! Äh, es gibt kleine Unterschiede zum anderen Post, diese bitte sammeln und sich heimlich ins Fäustchen lachen!

Press Conference "Good vs. Evil"

Heute durfte ich einen kleinen Höhepunkt in meiner Laufbahn erleben: Ich habe zum ersten Mal eine Pressekonferenz ausgerichtet und moderiert. Es waren sogar mindestens zwei echte Journalisten da. So weit, so gut.
Allerdings war die PK Teil eines Kunstwerks, das macht die Sache noch cooler, die wir (sprd.net AG, Baby) gemeinsam mit einer Hand voll angehender Diplom-Künstler an der HGB veranstaltet haben - zumindest wenn sie für die Aktion nicht von der Schule fliegen.

Aber langsam, der Reihe nach: Überall wird ja derzeit gerne der "Ausverkauf", das "Culture Jamming" der Kunst durch die Weltwirtschaft bebuht. In Leipzig, der Helden-Messe-Buch-Pleiße-Medien- und eben auch Kunst-Metropole fordert der Rektor, dass die Künstler nicht nur immer so "arty-farty" Zeug machen, sondern auch mal an den wirtschaftlichen Erfolg und die Vermarktung denken. Gerade für Maler aus diesem Weltendorf gilt es einen ehrgeizigen Ruf zu verteidigen, und nebenbei ein wenig Kohle in die Kasse zu spülen (heute abend werden übrigens wieder Kunststückchen für 30 Euro vergeben -- u.a. von Neo Rauch).

An dieser Stelle kommt die Klasse EinsA ins Spiel. Sie fand schnödes Sponsoring, Ausverkauf wie oben beschrieben, eher langweilig und bot uns daher gegen Geld eine 50%ige Autorenschaft an ihrem Kunstwerk an, bestehend aus:

* dem unterzeichneten Vertrag zu diesem Abkommen (von einem Notar entgegengenommen)
* einer Pressekonferenz (heute um 11.30 Uhr im Leipziger Neuen Rathaus)
* zehn Fotografien der EinsA-Mitglieder, auf denen sie Spreadshirts tragen (s. Foto)
* diese Fotos werden heute auf dem Rundgang ausgestellt und veräußert (der Erlös wird mit an den HGB-Freundeskreis gespendet)

EinsA Foddos

Jetzt bin ich mal gespannt, was wird. Wie die HGB auf diese Aktion reagiert - und natürlich auch, ob sich der erhoffte und erkaufte Authentizitäts "Spill Over" durch unsere Teilnahme an einem echten Kunswerk in unserem Markenranking niederschlägt (gerne auch in unglaublichen Verkaufszahlen). Ich habe mir überlegt: Das nächste Mal könnte man vlt. auch die anwesenden Journalisten prozentual an diesem Kunstwerk beteiligen, sie sind ja auch Teil des Kunstwerks und lieben Prozente sollen auch nicht leer ausgehen.

Mittwoch, 17. Januar 2007

The Wisebaden Files: Ob kurz oder lang

Auf vielfachen vierfachen Wunsch hin hier meine Präsentation, die ich gestern im Rahmen der Konferenz "Online Handel 2007" gehalten habe. Einmal als Langversion (6,7 mb) zum Durchklicken bis die Maus aufgibt (265 Slides), einmal in der Kurzform (1,8 mb, 17 Slides). Mehr zu dem Trip und den Eindrücken auf der Konferenz später aufm Fischmarkt. Von mir nur soviel: Ja, es ist peinlich, aber wahr ... Ich bin tatsächlich so vertieft in Gedanken gewesen, dass ich versehentlich in Mainz Hauptbahnhof ausgestiegen bin und hab das erst im Taxi bemerkt (he was not amused!). Ähem.

Freitag, 27. Oktober 2006

[twoday.net] Dein Weblog läuft ab

Diese Meldung erreichte mich gestern:Hallo ami!

Dein Weblog companice.twoday.net läuft in weniger als zwei Tagen ab.
Jetzt ist, bei den offenen und frischen Baustellen, natürlich die Frage: Weitermachen? Was meinst du ... Tommi, anyone?

Mittwoch, 18. Oktober 2006

Tierschützer gegen konsequent?

Wer hätte gedacht, dass die neue Kampagne von FRoSTA (hier) innerhalb weniger Stunden schon die (militanten?) Tierschützer auf den Plan ruft, die im Eifer des Gefechtes pogotanzende Pasta für Fische im Todeskampf halten.

Lustig. Zumal diese Tierschützerin gleich einmal das Forum eröffnet. Das klingt fast so, als sei da viel Potenzial drin...

Samstag, 15. April 2006

About: Spreadshirt's Open Logo Project

Also das wird jetzt der schon laaange mal bei Robert Basic und woanders (mündlich) angekündigte Post zum Thema "Wo warst du von Mitte Dezember bis Anfang März?" Beim OLP! Hier weiterlesen ..

Dienstag, 11. April 2006

Spreadshirt Open Logo Project Nachlese

Also das wird jetzt der schon laaange mal bei Robert Basic und woanders (mündlich) angekündigte Post zum Thema "Wo warst du von Mitte Dezember bis Anfang März?" Beim OLP!


Nachdem wir so viel über Open Source Marketing geschrieben, diskutiert, philosophiert haben, haben wir den Selbstversuch gemacht. Beim "Spreadshirt Open Logo Project" waren Leute in der ganzen Welt eingeladen, gemeinsam mit uns unser neues Corporate Design zu entwickeln. Nach knapp 3 Monaten ließen wir aus einer Auswahl von rund 1.100 Entwürfen das Gewinnerlogo wählen. Was mir aufgefallen ist hier in aller Kürze, wer das ganze mit beobachtet oder gar gemacht hat, bitte ergänzen.


Haken und Ösen
Auch wenn ich nach wie vor Open Source Marketing für eine wichtige "Bewegung" und Methode halte und mit Spreadshirt kaum ein besserer Nährboden vorstellbar wäre, gab es einige Haken und Ösen. Klar, wenn man etwas zum ersten mal macht, gibt es immer Aspekte, aus denen man lernt. Ein paar Sachen möchte ich kurz auflisten und beschreiben.

Die Technik: Wordpress
Zwar ist Wordpress eine super Sache, aber ein Großteil der Teilnehmer hatte seine Müh und Not mit dem Erstellen eines Post und Hochladen der Bilder -- besonders kurz vor der Deadline stapelten sich die E-Mails mit Vorschlägen und unvollständige Einträge, so dass wir rund 1600 Dateien hatten, aber nur knapp 1100 vollständige Posts. Besonders bitter: Ungefähr 4 Wochen, nachdem wir unser Projekt gestartet hatten, erschien mit Wordpress 2.0 eine wesentlich besser bedienbare Oberfläche -- leider hatten wir da aber schon alles auf 1.5 gebaut.

Voting: Nur, wenn es Sinn macht!
Da wir nicht wussten, wie viel Feedback der einzelne Designer für seinen Entwurf bekommen würde, haben wir mit "Votio" eine kleine Spielerei angedacht: Jeder einzelne Eintrag sollte mit Hilfe des bekannten 5-Sterne Systems bewertet werden können. Der Vorteil: Es gab Teilnehmer, die für ihren Beitrag gut die Trommel gerührt hatten. Und auch wenn niemand einen Kommentar zu einem Entwurf verfasste, gab es indirektes Feedback über das Voting. Nachteil: Egal wie oft wir beteuerten, dass dieses Ranking für eine Nominierung nicht ausschlaggebend war -- am Ende gab es welche, die dachten sie seien "um ihren gerechten Preis betrogen worden" weil sie 500 Stimmen hatten, andere hatten ein besseres Ranking, wieder ganz andere beschwerten sich wie leicht das Tool auszutricksen sei und gaben sich Mühe, möglichst unauffällig zu manipulieren. Beim nächsten Mal entweder gar kein Voting oder lieber nur positiv voten lassen, z.B. nach dem "digg" Prinzip -- mittlerweile ist das mit votio ja auch möglich.

Do you speak English?
Mit einhergehend mit dem Problem eines unverbindlichen Ratings führte die (Fremd)Sprache englisch immer mal wieder zu Mißverständnissen. Letzten Endes ein Faktor, den wir "auf dem Radar" hatten, auch weil wir eben internationales Publikum adressieren wollten. Daher blieb uns keine Wahl, als eine Reihe von Beiträgen ins englische zu übersetzen. Das war kein Problem, schon eher dass wir wichtige Sachen immer wieder betonen mussten, die trotzdem mißverstanden und falsch interpretiert wurden. So hatte zum Beispiel ein Teilnehmer versehentlich ein neues Cintiq Logo entworfen, worüber sich nun der OLP Sponsor (Hersteller eines Graifk-Tabletts mit dem Namen "Cintiq") freut ...


Neutralität und Offenheit
Auch was Moderation und Neutralität angeht, habe ich dazu gelernt: In erster Linie habe ich mich darauf konzentriert, zwar aktiv zu sein und Präsenz zu zeigen, das ganze aber nicht zu sehr mit meinem Gesülze zu steuern oder zu viele Beiträge dazwischen zu posten. Zwei mal habe ich die "Grenze der Neutralität" überschrittten und mir nichts groß dabei gedacht. Hierfür wurde ich in Mails teilweise ziemlich stark kritisiert. Z.B. wurde einmal auch negativ angelastet, dass ich auf Kritik eingegangen bin, was der Teilnehmer als "Unsicherheit" mißinterpretiert hatte (sicher auch wegen der englischen Sprache). Gerade, wenn man ein so "offenes" Projekt macht, ist Neutralität (als Moderator) wichtig, genauso aber dass man von Zeit zu Zeit eine klare Linie und Vorgehensweise vorgibt. Dies haben wir mit einem wöchentlichen Überblick umgesetzt.

Preisfrage: Was ist ein Logo wert?
Eine der entscheidenden Fragen zu Beginn des OLP war auch, inwiefern wir einen Geld/Sachpreis für den oder die Gewinner vergeben. Wir haben uns für eine Kombination entschieden: Auch wenn wir gerne ein "totales Open Source Marketing" Projekt gemacht hätten, wollten wir die Leute für ihren Einsatz be- und entlohnen. Im Nachhinein finde ich das immer noch eine gute Entscheidung, wir haben mit dem Preis die Mühe honoriert, und gleichzeitig nicht zu viele "Pool Sharks" angesprochen die nur aufs Geld aus waren. Auch dass wir offen liessen, wer wie viel bekommen sollte, hat funktioniert. Uns war wichtig, dass es nicht einen Gewinner gibt, sondern mehrere aktive Teilnehmer ebenfalls belohnt werden. Auch die Auswahl unseres Sponsors war eine gute Entscheidung: Ein Grafik-Tablett war genau richtig für die Zielgruppe und vor allem in Frankreich war dieser Preis ein sehr gutes Incentive, wurde oftmals in Foren und in Blogs gepostet.
Für das -- vor allem deutsche -- kritische Publikum hatten wir uns überlegt, dass jeder Teilnehmer die Rechte an seinem Entwurf behält, bis er etwas gewinnt. Das führte am Ende auch dazu, dass viele aktive Teilnehmer ihre Designs in ihren Spreadshop gehängt haben -- was uns natürlich zusätzlich freute (auch wenn das für Markenmanager alten Schlags der Untergang wäre;)).
Dem Vorwurf, dass das ja alles nur Ideenklau sei und man hier "teure Agenturleistung schnorren" will, bin ich stets begegnet mit diesen sehr offenen Teilnahmebedingungen -- und manchmal auch damit, dass es Plattformen gibt, auf denen man nach kurzem Googlen leichter und günstiger zu einem nicht einmal unprofessionellen Logo kommt :)

Kreativität, Plagiate und Wettbewerbsablauf
Dies war ein entscheidender Punkt: Viele Teilnehmer kannten Design-Wettbewerbe, laut einer Umfrage haben mehr als die Hälfte bereits bei einem professionellen Wettbewerb teilgenommen. Und daher fanden manche die Art, dass wir die Vorschläge "ausstellen" und unser neues Logo wirklich wählen lassen, sehr ungewöhnlich. Nach der Bekanntgabe der 6 Nominierten gab es Diskussionen zwischen einzelnen Teilnehmern, sowohl was die Art des Votens anbelangt als auch wie es zur Auswahl der Nominierten gekommen war. Etwas seltsam fand ich, dass manche Teilnehmer, die 3 Monate beim OLP mitgemacht haben, am Ende lieber eine (fremde) Jury hätte wählen lassen, als das selbst zu tun und die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Am Ende hat sich unser "Distributed Voting", bei dem wir 8 verschiedene Umfragen für verschiedene Zielgruppen aufgesetzt haben, bewährt. Ein weiterer Aspekt ist, dass die eingereichten Entwürfe teilweise durchaus konstruktiv und ausführlich besprochen wurden. Die Anzahl der Plagiate, die man an einer Hand abzählen konnte, wurden sehr schnell identifiziert.


Fazit
Auch wenn ich hier in erster Linie erstmal negative Sachen aufgelistet habe, sollen die positiven Aspekte nicht außen vor bleiben, zumal sie überwiegen:
Wir haben 3 Monate lang die Türen geöffnet, und in dieser Zeit und ohne jegliche "Außenwerbung" von mehr als 600 Teilnehmern mehr als 1.100 Vorschläge für unser neues Corporate Design erhalten. Insgesamt habe ich ganze 2 Entwürfe (!) nicht zugelassen, 4 wurden als Plagiate enttarnt und entfernt. Im Schnitt haben das OLP etwa 1.500 Nutzer täglich aufgerufen, mehr als 60 Nutzer wurden von uns als "aktiv" eingeschätzt.
Wir haben gelernt, wie unsere Kunden uns sehen, uns wahrnehmen, und was ihnen an Spreadshirt wichtig ist.
Ich würde jedem Unternehmen jederzeit empfehlen, ein OLP durchzuführen, es lohnt sich und ist auch eine guter Start für eine "1:1" Kommunikation, für einen Dialog mit den Kunden.

Nach all den Erfahrungen fand ich am schönsten, dass hier eine internationale Community entstanden ist, einige Designer, sowohl die "professionellen" als auch die weniger gestandenen, dazu gelernt haben -- sei es bei der Gestaltung eines Logos, wie man ein Konzept verargumentiert oder wie man sich mit anderen austauscht.
Ganz besonders gefiel mir, dass sich am Ende nicht nur die "seriösen" Gewinner freuen konnten, sondern auch der Gewinner mit den meisten Einreichungen, Bob Durk, dem wir einen "ntrb" (next time read briefing) Award, ein Schild auf dem einer seiner Entwürfe eingraviert ist, zukommen ließen:

congratulations to ALL of you and thank you to ALL of you - even though i "won" the goofiest category of all
hahahahahahahaha it was a blast!!!!
and the people at spreadshirt were (are) SO NICE!


Bevor ichs vergesse: wer sich bis hierhin durchgekämpft hat und gerne eins unserer OLP-Shirts ergattern möchte -- ich hab noch ein paar rumliegen. Einfach E-Mail an olp AT spreadshirt.net und anfragen.
btw:

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