wochenschau

Freitag, 13. April 2007

Selbstreferentielle Wochenschau (endet mit Zitat!)

Hallo Tommi!
hab mal wieder die Wochenschau aufgelegt, weil heute Freitag der 13. ist. Ich verlese nun in alphabetischer Reihenfolge die lesenswerten Beiträge, die die 38-köpfige companice Redaktion Abteilung Leipzig aus der näheren Blogumgebung in dieser wichtigen Nach-Oster-Woche herausgepopelt hat:

* Armin Karge - Das Geheimnis des Schwarms

* Fabu über den Verkauf seines Blogs bei den Blogpiloten

* Jeremiah Owyang: Understanding the community

* Thilo Baum: Schweige, Spirale!
mit dem besten Zitat für alle re:publica Verachter/-gesser/-weigerer (bitte auch die Folien von Jan Schmidt dazu nehmen):
Mich würde interessieren, wie Blogger, meinetwegen jüngeren Geburtsdatums, öffentliche Debatten ins Leben rufen, ohne dabei so langweilig zu sein, wie es viele herkömmliche Medien und manche Blogger sind. Mit diesem Zitat endet die Wochenschau.

es grüßt ein beschämter

ami.)

Mittwoch, 15. November 2006

In the meantime: Es war nicht Ignoranz!

Unser Weblog war tatsächlich abgelaufen gewesen. Doch mit einem gemeinen "Workaround" (ein paar Bildchen löschen) ist es dem Autor gelungen, zunächst vom Tarif "twoday basic" wieder in den Tarif "twoday free" zu rutschen. All dies, um der werten Leserschaft ein Update und ein Lebenszeichen zu geben. Vielen Dank für die reichhaltige Rückmeldung. Es tut gut und ist Balsam fürs Ego, doch tatsächlich gelesen zu werden ;)

In der Zwischenzeit ...

* haben wir überlegt, ob wir bei Cmpnx nicht in die englische Sprache wechseln. Die Diskussion ist noch nicht beendet, die Meinungen gehen auseinander, noch ist nichts entschieden. Es hätte aber einen Reiz, mehr internationales Publikum zu erreichen.

* hat Massivo es tatsächlich geschafft, nach mehr als 3 Monaten und endlosem Hin und Her mein neues Sofa zu liefern (ich berichtete am Rande der IKEA Story), nach nur 2 weiteren Wochen einen Monteur zu schicken, der beim halb aufgebauten Möbelstück ein fehlerhaftes Standbein ersetzt und einbaut. Wow! Tolle Couch. Und: Glück gehabt, wäre ich vorher auf die Idee mit "twoday free" gekommen, hätte ich einen 4-Seiter (mindestens!) zum Thema "wie Unternehmen mit Fehlern umgehen" verfasst (- es beginnt beim einfachen Rückruf).

* a propos: ist das Thema "Bullshit Marketing" ist wieder aktuell, und zwar einmal beim GotoMeeting "Testportal", was natürlich natürlich natürlich durch die studiVZ Geschichte etwas in Vergessenheit geriet. Ohne da zu tief in den Güllebottich einsteigen zu wollen (ja, auch ich kenne Ehssan Dariani persönlich), ist es doch wieder einmal interessant, wie die "Freunde des Erfolgs" vom Licht angezogen werden um alles niederzuschreiben, was sich bewegt. Im Grunde ist jedoch das einzige, was hier als Fallbeispiel interessant ist ... die Frage: wann muss ich die Assel-Videos aus meinem Youtube Account löschen, die Kifferbildchen aus Flickr, wann muss ich meine Vergangenheit beschönigen -- wann höre ich auf, Privatmann zu sein ... erste Vermutung: wenn die Samwers dick in Cmpnx einsteigen?
Hier fehlen mir einerseits noch ein bisschen Handlungsanweisung und andererseits professionelle Abgebrühtheit. Uppala, jetzt hab ich ja doch was dazu geschrieben, Verzeihung und lieber weiter. Was war noch?

* haben wir einen anregenden Webmontag in Leipzig verbracht. Mit rund 30 Teilnehmern der bislang größte.

* habe ich zwei Bücher auf dem Tisch, und zwar: Starfish and Spider - das hab ich schon gelesen (genau richtig zum Durchblättern am Bahnhof, wenn man auf einen Zug wartet - allerdings zu schwachbrüstig um es zu kaufen) und Mind your X's and Y's (kA, liest sich ganz interessant).

* außerdem hat Martin Oetting gestern die TRNDsphere nach Berlin erweitert. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!

Donnerstag, 12. Januar 2006

Neues Jahr, neues Glück

Zwei, nein, drei Sachen.

Eins: DLD war in der Muckibude
Zuerst was kleines: Habe gerade darüber nachgedacht, vielleicht nach München zu fahren, zum Digital Lifestyle Day. Dekadentes Setup an Themen und Personen. Ist recht erstaunlich und toppt das letzte Jahr, oder wirkt das nur so aufgepumpt? Ist noch jemand mit von der Partie? Soll ich gleichma Plazes anwerfen?

Und Hut ab vor den Burdanesen: Es ist erwiesenermaßen eine gute Methode, ein hübsches kleines Flaggschiff Event aufzuziehen, um damit das eigene Image zu polieren und einen auf Zukunft zu machen, indem man einfach immer davon redet. Am besten mit den fettesten Typen, die man aus Amerika und den umliegenden EU-Industrienationen importieren kann. Wirklich schön aufgezogen, nur eine Bitte: This is not the 90ies! -> Spart Euch beim nächsten mal vielleicht einfach gleich die affige (GEMA-freie?) Mucke auf der Website.

Zweitens: Arty farty gaming
Das immer wieder beachtliche Weblog w-m-m-n-a wartet mit fetter Beute und in drei Teilen in Sachen Computerspiel e(anti)kultur auf. Genau das richtige für Lese- und Gamerratten. Ich hab gleich den letzten Artikel verlinkt, weil von hinten nach vorne blättern sowieso am meisten Spass macht. Wers ordentlich mag: Einmal für Herrn Nielsen direkt direkt zum Eingang des Dreiteilers. Und, nur weil mir das grade im Hinterkopf langtingelt: Wenn ich Florian Rötzer wäre, würde ich mir gehörig in den Arsch beißen. Oder kommt es nur mir so vor, dass das einstige Vorzeigemagazin für den intellektuellen Nerd offensichtlich so ein wenig den Anschluß verpasst hat?

Drittens: Burger King - my way!
Die Homies von Burger King machen nicht nur die besseren Fritten, sondern waren wahrscheinlich auch die, die hier immer mal wieder mit dem Google Translator in unserer Fakevertising Kategorie gespickelt haben. Oder wie, bitte schön, soll man das da interpretieren? I would say: Einfach Weltklasse zum eincremen. Und: Fake with us!
BKK-my-way
(mal wieder ausgegraben bei F. Samuel)

Mittwoch, 5. Oktober 2005

Funkpause: Umzug in KW 40

Was für eine Woche! Alle schmusen rum -- und wir verlinken sie: Das Handelsblatt startet ein Wirtschaftswiki, das aber "keine Konkurrenz zur Wikipedia sein will", eBay sorgt mit der Anbieterkennzeichnung für klare Verhältnisse und holt seine Profi-Seller endlich noch enger an die Brust, Google und Sun "teamen up", Microsoft sieht Open Source nicht (mehr) als Konkurrenz an. Währenddessen wird woanders das Web 2.0 und dergleichen diskutiert. Was die Vergangenheit anbelangt, schmunzeln wir über diesen Hinweis, was die Zukunft anbelangt: Hierzu empfehlen wir auch die "Internet-Zukunft-Folie" (PDF) von Andreas Göldi.

So wie es aussieht, sind wir scheinbar die einzigen, denen nicht die Sonne aus dem Arsch scheint die etwas zu tun haben!

Dies ist mein letzter Eintrag von Stuttgart aus. Und auch was dieses Blog hier angeht, weiss ich noch nicht genau, wie wir das in Zukunft handhaben. Ich guck mal rüber zu Tommi und dann schauen wir mal, wie wir das machen, wenn wir nicht mehr einfach rübergucken und uns direkt an einem Ort was ausdenken und zusammen sammeln können.
Aber: Die Miete ist bezahlt, Themen und Ereignisse gibts immer .. ein, zwei Beiträge z.B. zum Thema "Bloggen ist k/eine Religion" sind noch in der Pipeline und müssen erst mal noch offline vor sich hingären .. in welcher Form ist offen und auch, wieviel Zeit wir in Zukunft fürs Brainstormen und Bloggen haben werden -- aber: auf jeden Fall wirds auch mit COMPANICE weitergehen.

In the meantime blicke ich zurück auf 4 Jahre Agenturleben, auf eine geile Zeit in einer geilen Agentur. Räume meinen Schreibtisch und bin ein wenig wehmütig, weil ich mich in Stuttgart und bei Dorten eigentlich immer wie zuhause gefühlt habe, und gleichzeitig freue ich mich natürlich auf Spreadshirt und die Rückkehr nach Leipzig.

Bevor es in die Blogpause geht, möchte ich schonmal announcen, dass es im Januar, Februar definitiv ein "COMPANICE Wintergrillen" geben wird -- mit viel Geschmuse, und wahrscheinlich irgendwo im Osten. Vorher, so freenet will, lesen wir uns natürlich hoffentlich ohnehin nochmal.

Dienstag, 20. September 2005

KW 38: Wochendrops

Die Wochenschau tarnt sich heute in einer kleinen, unverfänglichen Linkliste.

Die Grandfathers des Culture Jamming von der Billboardliberation bloggen nun auch. Und wenn man schonmal da ist, kann man sich die ganzen schönen Verschönerungen unter "history" und "clients" mal genauer anschauen.

Paparrazzi Jamming

Apropos "Busting" bzw. "Jamming": Das MIT Ad Lab wird seinem Namen gerecht und zeigt uns, wie man nicht nur Schwarzfilmer und Fotografen blockt, sondern dass man das auch noch mit einer schönen Werbung verknüpfen kann. Ich träume das mal ein wenig gutgläubig weiter: Ist das vielleicht eine Methode, wie die Entertainment Industrie endlich ihre redlichen Zuschauer (zugegeben, der Anteil ist sicher verschwindend gering) entkriminalisiert? Und sie nicht länger dauernd mit dämlichen Anti-Piracy Statements die man nicht vorspulen kann nervt.

Kelly spricht über den "Prosumer"

Und weil wir grade beim Thema Hollywood sind, hier noch das gelungene Special des Hollywood Reporters zum Thema "75 Jahre Entertainment". THR hat verschiedenen Persönlichkeiten gefragt, was ihrer Meinung nach in den nächsten 75 Jahren bis 2080 in der Entertainment Branche passiert. Natürlich ist das ein bewusst schwer abzuschätzender Zeitraum. Dennoch sehr lesenswert, nicht nur das Interview mit Kevin Kelly (Link s. rechts unten), sondern z.B. auch vom "Futurologen" Syd Mead, John Gaeta (Matrix Effekte), James Cameron und George Lucas.

2005 ist 2005

Jawoll, ansonsten ist noch alles beim alten. Wir leben noch immer im Jahr 2005, und eine schöne, wenn auch nur am Rande COMPANICE-Themen tangierende Auflistung, woran man das merkt und was das bedeutet, gibt es hier (<- Achtung, nicht vom orange-gelben Augengift schocken lassen!).

Das Ende ist nah!

Und im Jahre des Herrn 2005 merken doch tatsächlich immer mehr Marketing Menschen, dass man Taggen deliziös fürs Business nutzen kann. Mit diesem Kalauer beende ich diesen Eintrag, allerdings nicht ohne nochmals auf krude rappende Japaner hinzuweisen!

Mittwoch, 7. September 2005

KW 36: Ich mag BMW.

Zugegeben, völlig eigennützig ist diese Überschrift -- und doch ehrlich ernst gemeint: anstatt sich ggf. aus bloßem Aktionismus ein Blog aufzuhalsen, einen solchen zu sponsorn oder eine tolle Marketingaktion damit zu verquicken, macht BMW -- nichts! Man hält sich lieber dezent zurück, lädt ein -- und lässt darüber bloggen: Wir sollen zur IAA kommen und fühlen uns geehrt.
Weil diesbezüglich Fragen aufgetaucht sind: Bloggen im Vorfeld, währenddessen und danach ist ausdrücklich erlaubt und sogar erwünscht. ;-) Michael Schuster von Knallgrau in seiner Einladungsmail.
Ich möchte mal wissen, wer von den Angeschriebenen, knapp 20 Blogger, eine solche Frage gestellt hat ... Aber hey, natürlich, zwinkerzwinker, wir haben das Spiel begriffen. Ein guter Zug von BMW, Blogger einfach so zu behandeln wie Journalisten. Die wissen eine Einladung zur Automesse wenigstens zu schätzen. Und im Gegenzug tun auch wir so wie echte Journalisten: wir geben uns erstmal kritisch, gelassen, und lassen uns verwöhnen. Wenns interessant war, gibts mehr davon -- aber wahrscheinlich kaum andere Überschriften wie die oben.
Ich möchte trotzdem hinzufügen, was Leute in meiner Umgebung ohnehin schon wissen: Nämlich dass der 7er von BMW vor dem Po-Lifting die geilste Karre überhaupt ist. Nur, falls man in München ggf. nachlegen und die Einladung zur IAA toppen möchte.

Vom Lecken und Kuschen zum Motzen und Treten.
Ich weiss nicht, was Hans Schmidt, den Autor des aktuellen Aufmachers in der w&v geritten hat, solch einen grottenschlechten Artikel wie "Angriff auf die Schatzinsel" zu schreiben. Aber ich schätze mal, es war Unwissenheit, gepaart mit lobbyistischem Gehorsam und einem Schuss verkackter Ironie. Ich erspare es uns, den nicht aufgelösten Anfangsteil mit der Beschreibung des gemeinen Filmpiraten abzutippen, der wohl irgendwie komisch gemeint war. Dann aber im stereotypen Holzhammer-O-Ton von Elke Esser von der Zukunft Kinofilm Marketing GmbH mündet -> Raubkopierer machen alles kaputt: die Zukunft des Spielfilms und Tausende Arbeitsplätze undsoweiter.
Und wer hätte gedacht, dass 42% der Befragten einer aktuellen Brennerstudie der Meinung sind, nur noch super Filme im Kino anschauen zu wollen -- und mit dem Rest den Player zu hause füttern? Ja aber hallo, wo kommen wir denn hin, wenn niemand mehr 10 Butzen für die schlechte Mainstream-Kacke ausgeben will? Krieg der Welten oder was?
Leider ist der Artikel online nicht verfügbar, aber so viel sei gesagt: Er ist es wert, sich 5 Minuten an den Bahnhofskiosk zu stellen (falls man die w&v nicht direkt ans Bett geliefert kriegt wie wir). Äh, in jedem Fall bitte hinterher die Zeitschrift auch kaufen, bevor man vom Kioskbesitzer wegen illegalem Lesen eingelocht wird und uns wegen Anstiftung zur Dummheit verklagt!

Jedenfalls sind wir eindeutig dafür, dass in Zukunft auch weiterhin mehr Geld für tolle und aktuelle (?) Kampagnen wie "Im Knast probesitzen" ausgegeben wird. Denn wer nicht gerafft hat, wie gut erhobene Zeigefinger bei der Jugend für "Stimmung sorgen" (auf der Games Convention), sollte unser Meinung nach lieber munter weiter Geld verbrennen und sich der naiven Vorstellung hingeben, ein paar DVD Brenner weniger und die dumme Privatkopie abgeschafft, und in Hollywood ist doch eigentlich allet töfte.

Niemand hat mit LEGOs gespielt!
Abgestraft werden an dieser Stelle auch LEGO, die zwar bei uns durchaus einen güldenen Stein im Brett haben, aber bei der Umgangssprache offensichtlich wenig Spass verstehen. Für PR und Getuschel im Bloggerwald sorgts trotzdem. Solange es Spass macht.

Jamba: Gibts auch hier am Automaten?
Spass macht auch, sich zu überlegen wofür Automaten noch alles gut sind. Coke (bzw. Inspired Broadcast Networks) hat da ne Idee: Wozu brauchen wir einen Coke Fridge? Wir verticken gleich am Automaten die Klingeltöne! Da dürfte es freuen, dass das Institut für Mobile Marketing jüngst herausfand, dass in Sachen mobiles Marketing noch einiges drin ist! Und da ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis man sich am Kippenautomat auch gleich noch den krächzenden Frosch dazu zieht, oder?

Die Google Gesellschaft ist kein Geheimbund von Eric Schmidt.
Während ich diese Buchstaben sorgsam in die Tastatur klappere, liegt übrigens mal wieder Naomi Klein neben mir. Also, ihr Buch "No Logo". Irgendwie passend zur Fuck Off! Attitüde zwischen Brandism und Gegenöffentlichkeit sind in dieser Woche diese acht Rules of Perception dazugestossen. "Man kann nicht nicht sichtbar sein." schreibt Kai Lehmann. Darüber haben wir hier ja auch schonmal diskutiert. Liest sich beim ersten Scannen ein wenig wie das Cluetrain Manifesto für die Zigarettenpause, aber man kanns offenbar nicht häufig genug sagen. Und die Idee mit dem Wiki für Teil zwei der Google Gesellschaft finde ich schonmal sehr gut.

Weil aber bitte verdammt noch mal endlich wieder eine Woche ohne rumgeGoogle rumgehen soll, wenden wir uns schnell und abschließend einer anderen guten Nachricht zu: Nicht nur die Internet-Nutzert, sondern auch die Online-Werbung ist auf dem Vormarsch. Gut, wenig überraschend. Toll finden wir aber die diversen, marginalen Zahlenspielchen: Sind es nun 10 Mrd., 12 oder 5,1?
Eigentlich egal, wichtig ist: die Zukunft gehört dem Netz der Netze. Und dann schnell noch im gleichen Bild das Mega-Zitat von "Frau 2 Mrd. Dollar" Julie Roehm von Chrysler zum Thema "Umschichtung des Marketing-Budgets" nachgeschoben:
"I hate to sound like such a marketing geek, but we like to fish where the fish are."
Guten Fang noch, ich geh jetzt an der frischen Luft weiterschwitzen.

Dienstag, 2. August 2005

KW 31: Wiedereinstand mit Back from the French

Es geht doch nichts über ein waschechtes Zwei-Wochen Sabbatical mit totaler Massen-Kommunikations-Verweigerung.
Man merkt erst im Nachgang, wie sehr man sich dabei erholt hat. Man schöpft Kraft für einen langen Eintrag und erhält neue Geduld für den innerdeutschen Alltag.

USP: Mittagspause verschieben?
Hätte ich zum Beispiel vor meinem Urlaub erlebt, was mir vorhin im hiesigen miniMAL widerfuhr, ich hätte anders -- und wahrscheinlich nicht mit einem wissenden Grinsen der Marke "Jaja, so ist es halt mit der deutschen Servicekultur" reagiert. Denn nach einem kurzen Ausflug zum Innenstadt-nahen Supermarkt habe ich von der "Vielen Dank für Ihren Hinweis! Wir eröffnen in Kürze eine neue Kasse!"-Klingel Gebrauch gemacht. Nachdem sich trotzdem nichts tat und die Schlange vor der Kasse weiter munter vor sich hin gärte, machte schliesslich ein Herr beim Kassierer in typisch schwäbisch brabbelnder Art seinem Unmut Luft. Dass es eine Unverschämtheit sei, nur eine Kasse um halb eins und so weiter. Woraufhin der Kassier locker entgegnete "Tja, es ist halt Mittag. Da haben meine Kollegen Pause."
Für alle Supermärkte dieses Landes, die in Innenstadt- oder Büro-Nähe liegen, hier der ultimative USP: Machen Sie und Ihre Kollegen einfach versetzt Mittagspause! Die Kunden werden Ihnen die Bude einrennen, und dankbarer sein als für jede noch so schwungvoll automatisch einladende Eingangstür!

coBRANDIT: Open Source Marketing wird kommerziell oder so

Bei Adfreak (und beim neuen Marketingblogger auch, wie ich grade sehe;) wird diskutiert: coBRANDIT bietet Fifty Dollars for your customer created Ad. Sicher, je länger es die Spatzen vom Dach pfeifen, desto eher werden irgendwann auch semi-pfiffige Geschäftsleute auf die Methode aufmerksam und machen damit bestimmt gute Deals. Das bringt Schwung in die Angelegenheit. Und hilft der Sache an sich. Meint zum Beispiel Owen von coBRANDIT, wenn er beteuert, man würde mit diesem Angebot vor allem die "vielen tollen Beispiele in ein legales Umfeld" holen wollen. Andererseits hilft es vielleicht auch, "schwarze Schafe des OSM" ausfindig zu machen: Firmen, die allzusehr auf coBRANDIT und kostenschonendes Marketing durch ihre Kunden setzen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Und sollte es tatsächlich soweit kommen, können wir ja einfach einen entsprechenden "Customer-Ausnutzer-Award" ins Leben rufen -- ganz in OSM Manier ...

Jakob says: Don´t copy Amazon no no more
Ob es nun ein gutes Zeichen ist (für Amazon) oder ein schlechtes Zeichen (für Amazon -- und z.B. für geplagte Webkonzepter), darf sich jeder selbst fragen: Jakob Nielsen empfiehlt, Amazon nicht (länger) zu kopieren.
Many design elements work for Amazon.com mainly because of its status as the world's largest and most established e-commerce site. Normal sites should not copy Amazon's design. PS hierzu: Man sollte den Artikel trotzdem ganz lesen. Denn viele Shops können vom Abschnitt "Whats still good about Amazon" durchaus noch lernen.

Microsoft goes Open Earth?
Man mag von den Diskussionen rund um den IE7 und das angeblich absichtliche Blocken von Yahoo bzw. Google Toolbars halten was man will. Nachdem ich einen Blick auf Virtual Earth geworfen habe, kann ich nur sagen: Microsoft ist offener als je zuvor. Virtual Earth kommt mit einer API und zwei Blogs und einem Forum. Microsoft tut der Wettbewerb scheinbar gut, auch wenn das Tool nicht so gut ist wie Google Earth. Folgerichtig fragt jedenfalls die neue Ausgabe der Fast Company, wohin Google sich entwickelt: Can Google Stay Google?

Emergence und emergency
Und weil wir grade bei Lesetipps sind, hier noch, wie bereits bei Sixtus erwähnt, der Artikel von Kevin Kelly: We are the Web. Bis auf die spärlichen Prognosen für die Zukunft wirklich sehr umfassend -- alles andere wurde bereits von Siegfried Hirsch treffend analysiert.

In Aufarbeitung, was noch so los war (in der Blog-o-sphäre) und bald los sein wird (wenn Blogs Mainstream sind), sollte man dringend auch diesen Artikel (und die Links!) von Steve Rubel goutieren, und die entsprechende deutsche Version. Und weil sich Björn Ognibeni in seinem Eintrag hierzu fragt, wo Rubel den "5th State" gelassen hat, hier noch ein schöner Artikel über Citizen Media aus dem Observer, verfasst von James Cherkoff.

Freitag, 15. Juli 2005

Killerweek 28: Kurz vor Urlaub

Sorry, dass wir an Schlagkraft etwas nachgelassen haben. Entschuldigt man sich überhaupt noch, in dieser Welt, und in einem High-Performance Kanal wie diesem? Keine Ahnung, eigentlich auch unwichtig. Wollte nur gesagt haben, dass mein werter Kollege Tommi und ich platzen, weil der eine von uns ab nächste Woche in den wohlverdienten Urlaub fährt und den dadurch ausgelösten sozialen Druck vorher abbauen muss, der andere etwas häufiger im Pendelverkehr zwischen Hier und Kunde in der Rush Hour stecken bleibt.
Was aber dennoch nicht heißt, dass die Welt um uns herum stehen bleibt. Oder wir plötzlich nichts mehr zu sagen hätten (welch grausame Vorstellung!). Daher frisch ein paar Zeilen, und zwar diese:

Vor einiger Zeit haben wir bemerkt, dass Procter & Gamble gerne das Spielchen des First Movers mitspielen und ihre Werbeausgaben, vor allem im Bereich Kabelfernsehen, massiv einstellen bzw. umschichten. Nicht weiter überraschend, aber vielleicht doch. Es rührte zumindest zur Annahme, es gäbe dort an interessanten Einsichten etwas zu holen, schliesslich hat P&G schon mit Tremor ordentlich die Buschtrommel gerührt. Auf direkte Nachfrage hin klingt die Maßnahme von P&G mit der Worten der zuständigen Ansprechpartnerin Petra Popall, Unternehmenskommunikation / Leiterin Presse/Medien so:
Andere Medien haben an Bedeutung gewonnen, wenn es für einen Konsumgüterhersteller darum geht, eine Werbebotschaft zu vermitteln. Voraussetzung für die Entwicklung erfolgreicher Marketingkonzepte bei P&G ist ein umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse der Verbraucher ("Consumer Is Boss").

Popall ist natürlich der Ansicht, dass Fernsehen an Bedeutung nicht gänzlich verlieren wird, dass P&G aber insgesamt andere Medien einsetzen und andere Wege einschlagen muss, um dieselbe Wirkung, und vor allem, die jeweilige Zielgruppe noch zu erreichen.
Intern werden weltweit neue Wege und Ideen im Marketing gefördert, um unsere Verbraucher dann und dort zu erreichen, wo sie am empfänglichsten für unsere Werbebotschaft sind. Und dies ist eben nicht immer zu Hause vor dem Fernseher, sondern kann zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten an ganz unterschiedlichen Orten der Fall sein. Dies ist der Grund für uns, unsere Pläne breiter und gleichzeitig zielgerichteter anzulegen.

Als Beispiel führt sie im Anschluss noch die Pampers-Website auf, und die Kampagne von Old Spice in den USA.
Auf der Internetseite www.whenyoustink.com kann der Nutzer einen Werbespot nach eigenem Geschmack zusammenstellen und diesen an Freunde senden.

Das ist zwar nicht so sexy wie der Pinkpantypoker, macht aber dennoch Spass.

Wir sind zwar keine Harry Potter Fans. Auf jeden Fall aber schreiben wir dem Carlsen Verlag und versuchen, klarzumachen, warum dies eine falsche Annahme ist:
wenn sich Privatleute in der Küche zusammensetzen, hat der Verlag das nicht zu beurteilen
Ein Verlag mit ein wenig mehr Weitsicht und Feingefühl gegenüber seinen K.U.N.D.E.N. hat das durchaus zu beurteilen, und sogar zu befördern. Und das geht so: man setzt ein Wiki auf, schreibt vorne im "Disclaimer", dass man nicht 100% garantieren kann, genau die Übersetzung zu verwenden und bittet um Verständnis, dass der Verlag für den Druck etc. Geld verlangt (meinetwegen kriegt jeder, der mitmacht und mindestens 1 Seite übersetzt das Buch etwas günstiger oder was). Aber so läuft das Unternehmensprinzip "Verlag" und ich glaube, dass die freiwilligen Übersetzer durchaus einsehen, dass irgendwer der guten J.K.R. Geld überweisen muss .. und zwar nen guten Batzen, damit die Show weitergeht. So what?

Ich geh jetzt in den August baden und denk dabei höchstens über die Verbreitung der besten Welle mittels Körpergewicht und indezenter Mundpropaganda nach. Jeder der noch zu tun hat: Just Chill - und sagt Coca Cola, dass die "App" nur halbfertig ist! (Sonst könnte man jetzt sehn, wo ich morgen plansche) ...
Nach meiner Rückkehr gibts dann auch mehr von einer Diplomarbeit zum Thema "Mundpropaganda Marketing", die Sabine Andres geschrieben hat und von mir betreut wurde. Sie hat eine überraschende, und wie ich finde sehr gute Definition von Buzz und Viralem Marketing unternommen. Aber mehr, wenn ich die Arbeit ganz gelesen habe.

Mittwoch, 15. Juni 2005

KW 24: Die taktischste Woche ever!

Hier kommt die Wochenschau zwischen Big Bang und Anpfiff: Das Warten bis zum richtigen Augenblick hat sich gelohnt!
Das Rauschen im Spreewald ist ein wenig verklungen, der deutsche Neid hat sich wieder schlafen gelegt oder soweit systematisiert, dass er die Nischenkanäle beherrscht.
Und seit heute mittag dürfen wir die frohe Nachricht weitertragen, dass Alvar Freude in der zweiten Instanz freigesprochen wurde: Ein paar Links auf der Seite unseres ODEM.org Projekts FreedomFone waren der Richterin des Stuttgarter Landgerichts in erster Instanz noch 120 Tagessätze wert, der Richter heute wußte offensichtlich und zum Glück ein wenig mehr vom WorldWideWeb und konnte überdies noch eine Brücke zu Kurt Tucholsky schlagen. Knorke!

Der TrendBlog hat Howard Rheingold als Gastautor gewonnen, und der MarketingSherpa hat die Winner der Reader´s Choice Awards vergeben. Der Diva Marketing Blog war zwar nicht dabei, gefällt aber trotzdem und hat eine gute Übersicht über die Gewinner. A propos Übersicht: eine sehr feine mit mittlerweile 28 deutschsprachigen Werbe- und Marketingblogs bietet das Open Directory seit Nico Zorn die Rubrik betreut.
Aussßerdem sind im Laufe der Woche ein paar wirklich lesenswerte Berichte über die reboot7 von Bord gegangen, inklusive Hörmitschnitte für Ferngebliebene wie uns und einer wie ich finde sehr interessanten Präsentation in dem Zusammenhang von Christian Jung über die Zukunft der Desktop-Generation (PDF).


Is .. it a fake?


Natürlich war die Auflösung von Gabriel Dobersch die richtige: Companice startete letzte Woche mit Fakevertising einen weiteren wütenden Versuch, den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen: Hehres Ziel von Fakevertising ist es, die Werbeindustrie überflüssig zu machen. Oder zumindest ein wenig ins geschwollene Knie zu ficken. Mit selbst gemachter Werbung von Menschen wie uns für Menschen wie uns (die zuviel Zeit und Ideen haben) und kreativen Vorschlägen, wie laufende Werbemotive oder Kampagnen etwas aufgepeppt werden könnten. 7 Mitglieder hat die flickr-Gruppe schon, ein kleiner Wettbewerb wird folgen. Weitere Beitritte und Kooperationen werden dann im Rahmen des Businessplans zur Übernahme der Weltherrschaft im Q 3/05 forciert (wie vereinbart). Oder um es mal offen zu sagen: klar freuten wir uns, wenn ein wenig mehr Mitglieder beiträten (auch aus dem benachbarten Blogger-Umfeld!), vor allem wenn man sich anschaut wie sich der Cool Hunt von PSFK entwickelt. Andererseits: was sind wir schon im Vergleich zur weltweiten Blogosphäre? Und was ist das alles wert, wenn nächste Woche vielleicht ohnehin die Vogonen über unsere Skyline brezeln? Richtig, einen feuchten Kehricht. Also, immer an der richtigen Abzweigung die Maus geklickt. Und den Daumen raus und weiter so: Keine Panik!

Montag, 6. Juni 2005

KW23: Und so gehts weiter!

Wieder zurück aus Leipzig. Hab Spreadshirt einen Blog aufs Auge gedrückt und mal wieder Radio gemacht -- und im Vorfeld und im Anschluss dementsprechend gefeiert.

Während ich den Schlafmangel ausglich, verstrich die Zeit nicht ungenutzt. Knapp 500 Menschen haben den Grünen dabei geholfen, ein Parteiprogramm zu verfassen. Martin Oetting nennt es Open Source Marketing. Soweit würde ich vielleicht nicht gehen: Sagen wir einfach mal "Politik" dazu.

Björn Ognibeni hat in seinem Blog erneut Besuch bekommen - Peter Riley von 20:20 verteidigt die Audi-Kampagne, die nicht ganz so gut ankam (=wie in der Pressemitteilung von 20:20).
Es folgt: eine interessante Diskussion über personalisiertes Direct Marketing im Internet und das "Seeden" von viralen Filmen, die bei der Spekulation stecken blieb, wie "Internet savvy" nun die Zielgruppe sei. Ich sage mal: eigentlich egal, langweilige Filme guckt sich im Internet erst recht niemand an.

Genug gemotzt, wir haben auch ein wenig gekleckert und darum proll ich jetzt mal laut: unser Balkonien-Set für opodo wurde in der letzten Woche ratzfatz ausverkauft. Balkonien ist jetzt also ausgebucht -- und man muss sich woanders ein lauschiges Plätzchen suchen. Wie report herausgefunden hat, gehen ohnehin immer mehr Deutsche "weg". Zum Beispiel zum Kellnern nach Tirol oder in die Schweiz. Hoffen wir, dass die deutschen Gastarbeiter diesen Kulturschock gut verdauen.
Aber warum eigentlich nicht gleich wirklich woanders hin, zum Beispiel nach Korea, zu Samsung? Wie die "Seoul Machine" ins Rollen kam, erfährt man in diesem ausführlichen Artikel des Wired Magazins. Und auf deutsch, seh ich grade, gabs auch einen schönen Artikel aus der Brand Eins.

Egal, wohin es einen zieht: Wie man sich weltweit gegen schlechte Ideen durchsetzen kann, erfährt man vielleicht nicht unbedingt von Scott Berkun. Aber sein Essay "Why smart people defend bad ideas" ist trotzdem sehr unterhaltsam und lesenswert: Schuld sind, neben dem Ego des professionellen Argumentierers, neben Homogenität und der Macht der Gewohnheit, die auf kurze Sicht angelegte Denkweise des Menschen. Die Diskussion wird aktuell in Berkuns Forum weitergeführt.

Das Fundstück dieser noch jungen Woche wurde indes eindeutig vom Fischmarkt geangelt:


Mal schauen, wer den längeren Atem hat, die Ministerin oder die Versicherung. Ok, schlechte Rhetorik -- aktuell dementiert sie ja bereits schon wieder.

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